Seit mehreren Sommern verbringen wir unseren Familienurlaub im südlichen Finistère. Wir hatten also schon oft Gelegenheit, die Region ausgiebig zu erkunden! Und auch diesen Sommer sind wir wieder hier. Aus unseren verschiedenen Aufenthalten in dieser Ecke der Bretagne habe ich euch eine Liste mit unseren 12 Lieblingsorten im südlichen Finistère zusammengestellt. Auf dem Programm stehen wilde Landschaften, wunderschöne Strände, kleine historische Städte, zauberhafte Dörfer und charmante Häfen.
Wir mögen die familienfreundliche Atmosphäre und die vielen Möglichkeiten für Spaziergänge und Wanderungen in der Natur. Nicht zu vergessen: Für uns ist das Klima im Sommer ideal, denn hier ist es kühler als in anderen Teilen Frankreichs und trotzdem warm genug, um das Meer zu genießen!
Kommt ihr mit zu unseren Lieblingsorten im südlichen Finistère?

1. Pont-Aven: das hübsche Dorf der Maler
Pont-Aven ist ein charmantes Dorf, das viele Besucher anzieht. Uns gefielen die Steinhäuser und die kleinen Brücken. Der Besuch im Musée de Pont-Aven war interessant, um die Werke der Maler der Schule von Pont-Aven am Ende des 19. Jahrhunderts neu zu entdecken. Paul Gauguin war der führende und bekannteste Vertreter dieser Bewegung, doch im Museum lernten wir auch die Arbeiten jüngerer, weniger bekannter Maler kennen. Besonders gut gefielen mir die Bilder von Émile Bernard. Achtung: Das Museum ist montags geschlossen, außer im Juli und August.
Nach dem Museumsbesuch gingen wir durch das Dorf, spazierten am Fluss entlang und besuchten einige Kunstgalerien – einfach nur zum Schauen und Genießen.


- Genusstipp: Wir haben in der Maison Le Darz verschiedene bretonische Kuchen gekauft. Sehr lecker und sehr buttrig!
- Unterkunft: Ihr könnt in La Pension du Moulin* übernachten, wo seinerzeit Gauguin und andere Maler zu Gast waren. Das Hotel bietet auch Familienzimmer an.

- Mit Kindern: Die Kinder mochten den Spaziergang am Fluss. Außerdem ist das Museum angenehm überschaubar.
- Mein Tipp: Im Sommer besucht ihr Pont-Aven am besten unter der Woche statt am Wochenende. Kommt früh zur Museumsöffnung, während der Mittagszeit oder kurz vor der Schließung.
- Parken: In der Hauptsaison kann die Parkplatzsuche schwierig sein. Wer früh kommt, findet auf den kostenlosen Parkplätzen nahe dem Zentrum meist noch einen Platz. Wir parkten unterhalb der Brücke (Rue de la Villemarqué).
2. Doëlan: ein kleiner Naturhafen
Doëlan war die große Entdeckung unseres letzten Aufenthalts im südlichen Finistère. Der malerische kleine Hafen schmiegt sich in eine Ria auf dem Gebiet von Clohars-Carnoët. Wir liefen eine Runde um die Flussmündung: zunächst an einer Seite des Flusses entlang und anschließend über die Brücke hinüber zum Leuchtturm.


- Mit Kindern: Uns gefiel, dass ein großer Teil des Ufers autofrei ist. Hier ist es wunderbar ruhig.
- Genusstipp: La Cabane de la Mouette, ein Foodtruck für eine kleine Crêpe mit Blick auf den Fluss. Zehn Autominuten entfernt könnt ihr bei Huîtres Morvan außerdem sehr gute Austern probieren:

3. Pointe de Trévignon: Blick auf den Atlantik
An der Pointe de Trévignon gefielen uns der kantige kleine Leuchtturm in Grün und Weiß sowie die großen Felsen am Strand. Vom Leuchtturm aus sieht man in der Ferne den Glénan-Archipel, wo Ticoeur gerade einen Katamarankurs absolvierte. Wer weiß – vielleicht hätten wir ihn mit einem Fernglas sogar auf dem Wasser erkennen können! Auf der anderen Seite zeichnet sich die Silhouette des privaten Château Artaud ab.

Der Leuchtturm von Trévignon ist ein schöner Ort für den Sonnenuntergang. Da die Sonne im Sommer jedoch sehr spät untergeht, genossen wir nur die goldene Stunde auf der Terrasse eines Cafés.
- Mit Kindern: Unsere Titpuce mochte besonders die großen Felsen.


- Genusstipp: Wir legten im Noroît eine Pause für ein Getränk ein.
- Unterkunft in Trévignon: Le Gîte de la Motte* ist ein geräumiges und komfortables Ferienhaus für sechs Personen zwischen Land und Meer, fünf Minuten von der Pointe de Trévignon und 15 Minuten von Pont-Aven entfernt.
4. Concarneau und der Glénan-Archipel
Concarneau, die „blaue Stadt“, ist für ihre sehr gut erhaltene Ville Close bekannt. Sie ist gewissermaßen das kleine Saint-Malo des Südens: genauso schön, aber deutlich kleiner als die Korsarenstadt. Mehr dazu findet ihr in meinem Artikel über Saint-Malo und seine Umgebung. In Concarneau solltet ihr unbedingt eine Runde über die mittelalterlichen Stadtmauern drehen und davor oder danach durch die Gassen der Festung schlendern. Von der Mauer eröffnet sich ein schöner Blick auf die Bucht.


Im neueren Stadtteil führt die Strandpromenade am Meer entlang bis zum Plage des Sables Blancs und eignet sich wunderbar für einen entspannten Spaziergang.
Vom Hafen aus könnt ihr außerdem mit einem Ausflugsboot zum Glénan-Archipel fahren. Ticoeur war inzwischen zweimal für einen Segelkurs auf den Inseln und ist begeistert. Auch Tagesausflüge sind möglich, allerdings solltet ihr den August möglichst meiden. Preise und Fahrpläne findet ihr auf der Website der Vedettes de l’Odet.

Wenn ihr keltische Kultur und Musik mögt, solltet ihr im August das Festival des Filets Bleus nicht verpassen. 2026 findet es vom 12. bis 16. August statt. Stellt euch dann allerdings auf große Menschenmengen ein! Für einen ruhigeren Besuch der Ville Close meidet ihr besser das Festival und kommt morgens möglichst früh nach Concarneau – am besten vor 11 Uhr. Dann findet ihr leichter einen Parkplatz und könnt mit weniger Trubel durch die Stadt spazieren.
- Genusstipp: Unsere Lieblingscrêperie Entre Amis liegt nur wenige Meter vom Bootsanleger entfernt. Im Sommer solltet ihr reservieren, wenn ihr einen Platz auf der Terrasse möchtet!

- Mit Kindern: Stadtmauern kommen bei Kindern immer gut an! Unser Teenager Ticoeur mochte außerdem seine beiden Kurse an der Segelschule Les Glénans.
- Unterkunft in Concarneau: Tourmaline*, eine charmante Maisonettewohnung. Wegen der Treppe ist sie nicht für kleine Kinder geeignet.
- Für Fans von Kommissar Dupin: Wenn ihr die unterhaltsamen Kriminalromane von Jean-Luc Bannalec gelesen habt, wisst ihr, dass der Kommissar seinen Kaffee gern im L’Amiral in Concarneau trinkt. Die Bar liegt direkt gegenüber den Kais.

5. Beg-Meil: ein kleines bretonisches Paradies!
Zwischen Beg-Meil, das zur Gemeinde Fouesnant gehört, und Cap Coz verläuft der Küstenwanderweg GR34 an einem kleinen Traumstrand nach dem anderen entlang. Diese Ecke ist wirklich ein bretonisches Paradies und einer unserer liebsten Küstenabschnitte! Normalerweise parken wir am Plage de Lantecost. Von dort gehen wir entweder südwärts zur Pointe de Beg-Meil oder nordwärts über Bot Conan nach Cap Coz. Der Weg ist angenehm ruhig, führt unter Bäumen entlang und liegt daher häufig im Schatten. Unterwegs sieht man einige schöne Anwesen. Auf dem Rückweg suchen wir uns einen der Strände für eine Badepause aus.


- Mit Kindern: Beg-Meil verbindet eine sehr einfache Wanderung mit familienfreundlichen Stränden. Die Sandstrände liegen geschützt in der Bucht, sodass das Meer oft ruhig ist.
- Mein Tipp: Kommt möglichst früh. Bis etwa 11 Uhr sind der Weg und die Strände normalerweise noch ruhig.
6. Bénodet zwischen Fluss und Meer
Bei jedem Aufenthalt im südlichen Finistère fahren wir nach Bénodet – fast wie eine kleine Familientradition. Wir haben uns in die Flussmündung verliebt. Besonders gern laufen wir am Odet entlang und anschließend weiter ins Zentrum von Bénodet, wo wir zwischen dem Leuchtturm und dem Plage du Trez spazieren. Natürlich darf dabei ein Besuch in unserer Lieblingseisdiele nicht fehlen!


- Mit Kindern: Die Strände Plage du Trez und Plage du Letty sind sehr familienfreundlich. Kinder mögen bestimmt auch eine Bootsfahrt auf dem Odet. Es gibt verschiedene Touren flussaufwärts oder zum Glénan-Archipel. Weitere Informationen findet ihr bei den Vedettes de l’Odet.
- Genusstipp: Unsere Kinder – und wir ebenfalls – lieben das hausgemachte Eis von Bankiz. Besonders gern mag ich die Sorte Mango.
- Unterkunft in Bénodet: das Apartment Pen Odet*, eine moderne Ferienwohnung für vier Personen mit Meerblick.
- Mein Tipp: Wir verbinden Bénodet meistens mit einem Besuch im hübschen kleinen Hafen von Sainte-Marine auf der anderen Seite. Ihr könnt mit einer Fähre übersetzen oder mit dem Auto herumfahren.
7. Das liebenswerte Pays Bigouden
Seit vier Jahren verbringen wir jeden Sommer eine Woche im Pays Bigouden, weil unsere Titpuce am internationalen Tanzkurs in Pont-l’Abbé teilnimmt. Merkt euch diesen Tipp, wenn eure Kinder gern tanzen! Diesen Teil des südlichen Finistère kennen wir daher am besten. Wir mieten eine Unterkunft in Pont-l’Abbé, der Hauptstadt des Pays Bigouden. Von dort lässt sich die ganze reizvolle Region gut erkunden. Ich habe ihr sogar einen eigenen Artikel mit unseren 10 schönsten Ausflugszielen im Pays Bigouden gewidmet. Diese Orte solltet ihr nicht verpassen:
- Sainte-Marine, ein malerischer, blumengeschmückter Hafen mit Blick auf Bénodet.
- Île-Tudy mit seinem kleinen Fischerhafen und dem langen Strand.
- La Pointe de la Torche mit ihrer wilden Landschaft am Ende der Welt.
- Der Leuchtturm von Eckmühl, ein historischer Leuchtturm mit Panoramablick.



Unterkünfte in Pont-l’Abbé:
- Das Gästezimmer Le Clos de la Lande Vallée*: Familienzimmer und Frühstück in einem typischen Haus in Bringal, fünf Minuten vom Zentrum von Pont-l’Abbé entfernt.
- Das charmante Hotel Le Manoir Bigouden*. Familien benötigen zwei Zimmer.
8. Quimper, Hauptstadt der bretonischen Cornouaille
Quimper ist eine kleine Provinzstadt mit einem sehr angenehmen Zentrum. Wir kommen gern hierher, um durch die historischen Straßen rund um die Kathedrale Saint-Corentin zu schlendern und ein wenig einzukaufen. Im Herzen der Stadt begegnet man Fachwerkhäusern, hübschen gepflasterten Gassen und Plätzen mit zahlreichen Cafés.


- Unsere Tipps: Wir empfehlen die Kunstgalerie Le Grand Atelier in der 17 Rue du Frout mit schönen Ausstellungen lokaler Künstler. Die Kinder mögen die gegenüberliegende Comicbuchhandlung Librairie BD L’Introuvable, in der man immer hervorragend beraten wird. Als Crêperie haben wir Ty Loulic ausprobiert und mochten sie sehr.
- Unterkunft in Quimper: zum Beispiel das Apartment L’Odet* mit zwei Schlafzimmern und Blick auf die Kais.
- Parken: Place de la Résistance (kostenpflichtig). Kommt früh, denn später wird die Parkplatzsuche schwieriger.
- Bahnhof: Von Quimper bringen euch TGV-Züge in 3 Stunden und 40 Minuten nach Paris.
9. Locronan, eines der schönsten Dörfer Frankreichs
Locronan ist ein hervorragend erhaltenes mittelalterliches Dorf. Seine schönen Granithäuser sowie die gepflasterten Fußgängergassen führen zum großen Platz vor der Kirche Saint-Ronan. Locronan gehört zu den schönsten Dörfern Frankreichs. Die prächtigen Häuser am Hauptplatz zeugen von der wohlhabenden Vergangenheit dieses Weberdorfes, das einst auf Segeltuch spezialisiert war. Der hübsche Brunnen in der Mitte vermittelt das Gefühl einer Zeitreise. Das Licht am späten Nachmittag verstärkt den Zauber des Ortes. Freitags findet von 16 bis 19 Uhr ein Markt mit lokalen Erzeugern statt. Im Sommer beginnt donnerstags um 18:30 Uhr ein abendlicher Kunsthandwerksmarkt.


- Genusstipp: Bei Le Temps Passé gibt es ausgezeichnete Crêpes. Reservierungen sind nicht möglich, daher solltet ihr zur Öffnung um 11:30 Uhr oder gegen 13:15 Uhr für die zweite Runde kommen. Wenn ihr schon gegessen habt, probiert bei Les Glaces Paysannes die ungewöhnlichen Eissorten.


- Parken: Am Dorfeingang befindet sich ein sehr großer kostenpflichtiger Parkplatz (5 Euro pro Tag).
- Mein Tipp: Wenn ihr wie wir keine Menschenmengen mögt, kommt früh am Morgen oder am späten Nachmittag an einem marktfreien Tag. Am Sonntagmorgen war es perfekt.
10. Douarnenez und die Geschichte der Sardine
Douarnenez ist eine Hafenstadt, die im Mittelalter vom Handel mit Segeltuch und natürlich vom Fischfang geprägt war. Ab dem 18. Jahrhundert wurde der Sardinenfang zum wichtigsten Wirtschaftszweig. Im 19. Jahrhundert gewann er mit der Entstehung der Konservenfabriken weiter an Bedeutung. Douarnenez besitzt drei Häfen: Rosmeur, den traditionellen Fischereihafen, Port-Rhu an der Flussmündung und auf der anderen Seite den Yachthafen von Tréboul. Bei Ebbe kann man die Île Tristan zu Fuß erreichen:

Westlich der Stadt liegt der sehr schöne, im Sommer allerdings stark besuchte Plage des Sables Blancs.
- Mit Kindern: Der Besuch im Port-Musée ist für Kinder interessant. Das Museum vermittelt die Geschichte und Traditionen des Fischfangs in Douarnenez. Außerdem können drei Schiffe im Port-Rhu besichtigt werden. In der Boutique und Konservenfabrik Pointe de Penmarc’h zeigt ein Film die Geschichte der Fischer und der „Penn Sardin“, wie die Frauen genannt wurden, die in den Konservenfabriken arbeiteten.

- Genusstipps: In der Crêperie Lanning, die sonntags geschlossen ist, haben wir ausgezeichnet gegessen. Lasst eure Kinder unbedingt den berühmten Kouign-amann probieren, der im 19. Jahrhundert in Douarnenez erfunden wurde. Dafür geht ihr am besten zur Boulangerie des Plomarc’h, die sonntags ebenfalls geschlossen ist. Wundert euch anschließend nicht, wenn die Kinder keinen Hunger mehr haben!

- Unterkunft: Das hübsche Gîte de Kergavan* liegt 15 Minuten von Douarnenez entfernt.
- Parken: In den Straßen könnt ihr kostenlos parken. Es gibt außerdem kostenpflichtige Parkplätze.
- Mein Tipp: Meidet den Sonntag, da die meisten Geschäfte geschlossen sind.
11. Pointe du Raz: eine Wanderung mit Meeresluft
Noch eine dieser wilden Landschaften, mit denen uns die Bretagne immer wieder begeistert! Wir starteten an der Baie des Trépassés, denn der Küstenweg GR34 zur Pointe du Raz ist wunderschön und der Parkplatz dort kostenlos. Für den Hinweg braucht man etwa 45 Minuten, insgesamt also rund anderthalb Stunden. Diese Variante können wir wirklich empfehlen.


Kürzere Variante: Für einen kürzeren Spaziergang gibt es an der Pointe du Raz einen offiziellen kostenpflichtigen Parkplatz. Von dort erreicht ihr die Landspitze in etwa 20 Minuten.
Mit Kindern: Unsere Kinder mochten diese Wanderung am Ende der Welt sehr.
12. Die wilde und wunderschöne Halbinsel Crozon
Ach, die Halbinsel Crozon! Was für ein wunderbarer Ort! Ihr solltet mindestens einen ganzen Tag, besser noch zwei Tage einplanen. Es gibt zahlreiche Aussichtspunkte zu entdecken, an denen sich die Vielfalt der wilden Landschaften zeigt. Crozon ist einer unserer absoluten Lieblingsorte, und ich habe der Halbinsel sogar einen eigenen Artikel gewidmet: Was kann man auf der Halbinsel Crozon unternehmen?

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Ich hoffe, diese Auswahl macht euch Lust, das südliche Finistère zu entdecken oder wiederzuentdecken. Wenn ihr diesen Teil der Bretagne schon kennt: Welcher Ort gefällt euch am besten?



