Kann man Kew Gardens an einem halben Tag besichtigen? Ja, wir haben es getestet und für gut befunden! Zwischen den großen Gewächshäusern, den verschiedenen Gärten, den Aussichtspunkten und den „Monumenten“ von Kew Gardens ist es durchaus möglich, in wenigen Stunden einen sehr schönen ersten Besuch zu genießen, ohne das Gefühl zu haben, zu hetzen. Ich würde sagen, man sollte 3 bis 4 Stunden einplanen, um den herrlichen botanischen Garten von London, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, zu entdecken.
Dafür konzentriert ihr euch besser auf die Highlights von Kew Gardens. In diesem Artikel schlage ich euch eine einfache Route vor, um die beeindruckendsten Orte der Gärten zu entdecken. Es geht nicht darum, alles abzuhaken, sondern zu sehen, was Kew einzigartig macht: seine ikonischen Gewächshäuser, seine eleganten Alleen, seine immersiven Bereiche und seine sinnbildlichen Spots.
Wenn ihr London nur für ein paar Tage besucht, habt ihr wahrscheinlich nicht mehr als einen halben Tag für Kew Gardens übrig. Ich würde sogar sagen, dass Kew Gardens nur dann Teil eures London-Programms sein wird, wenn es nicht euer erster London-Aufenthalt ist. Ich war viele Male in London, bevor ich nach Kew Gardens gefahren bin, aber dieser Besuch war ein Zauber, eine grüne Auszeit, ganz anders als das Zentrum von London. Seitdem waren wir noch andere Male in Kew Gardens, mit der Familie. Wir haben gerade unseren Sonntagnachmittag dort verbracht, anlässlich des Orchideenfestivals, von dem ich euch weiter unten erzähle.
Hier also die Highlights von Kew Gardens, die ihr sehen solltet, wenn ihr nur einen halben Tag Zeit habt.
Kew Gardens: unsere Highlights an einem halben Tag
Das tropische Gewächshaus: Palm House
Das ist das bekannteste Gewächshaus von Kew Gardens. Es handelt sich um ein herrliches tropisches Gewächshaus aus der viktorianischen Zeit. Im Inneren findet man riesige Palmen, tropische Pflanzen, insbesondere aus Madagaskar, Kaffeestrauch, Kakaobaum, Ölpalme und Kautschukbaum. Architektonisch besitzt das Gewächshaus hübsche Wendeltreppen aus der viktorianischen Zeit sowie einen Steg, von dem aus man die Pflanzen aus der Höhe bewundern kann. Achtung: Das Palm House wird ab 2027 für große Bauarbeiten geschlossen – und zwar für 5 Jahre!



Und auf diesem Foto des oberen Teils versteht man, warum die Renovierung nötig ist 🙂

Das gemäßigte Gewächshaus: Temperate House
Das ist das größte Gewächshaus von Kew Gardens und sogar das größte viktorianische Gewächshaus der Welt. Es wurde vor einigen Jahren renoviert. Es ist daher sehr schön, sehr hell und sehr geräumig. Man findet dort viele Arten aus den mediterranen Klimazonen Europas, Ozeaniens, Südafrikas usw. Besonders sehenswert: die gigantische chilenische Palme und sehr schöne Riesenfarne. Es gibt auch eine schöne Treppe und eine obere Galerie.


Die chinesische Pagode
Sie ist ein Symbol von Kew Gardens. 80 geschnitzte Drachen schmücken ihre Etagen. Von April bis September kann man sie für einen Panoramablick besteigen.

Der japanische Garten
Klein, aber sehr charmant. Es ist eine Oase der Ruhe, nicht weit von der Pagode. Eine Art „Asien-Ecke“ also! Man sieht dort ein geschnitztes japanisches Tor (Nachbildung des Tors eines Tempels), einen Steinweg, Mini-Wasserfälle, Bäche, Tee- und Kirschbäume (im April in Blüte). Direkt daneben gibt es einen Bambusgarten.

Der Wintergarten
Ein Bereich, den man im Winter entdecken sollte, um ein paar Blumen und Pflanzen zu sehen, die Farbe in das Grau bringen!

Diese hübschen Büsche mit gelben Blüten, „Papierbüsche“ genannt, kommen aus Japan. Sie duften sehr gut! Wie Jasmin, finde ich. Diese Pflanze wird in Japan verwendet, um hochwertiges Papier und Geldscheine herzustellen!


Der Weg durch die Baumkronen: Treetop Walkway
Noch ein bekanntes Bauwerk von Kew Gardens. Der Treetop Walkway ist 18 Meter hoch. Man darf also nicht höhenangst haben! Er bietet weitere Aussichtspunkte auf Kew Gardens und amüsiert die Kinder. Zu vermeiden, wenn ihr höhenangst habt.

Die Kunstinstallation: The Hive
Dieses Werk des Künstlers Wolfgang Buttress wurde für die Weltausstellung in Mailand 2015 geschaffen. Wie der Name schon sagt, stellt diese Installation einen Bienenstock dar. Die Struktur ist also komplex und faszinierend. Man kann hineinsteigen für ein immersives Erlebnis. Lautsprecher übertragen das Summen von Bienen. Man fühlt sich wie mittendrin! Ziel ist es, für die Bedeutung der Bienen für den Planeten zu sensibilisieren. Wenn Kunst auf Wissenschaft trifft!


Das Princess of Wales Conservatory: Kakteen und Orchideen
In diesem Gewächshaus findet man eine Sammlung von Kakteen, Orchideen und sogar fleischfressenden Pflanzen! Das ist interessant, aber dieses Gewächshaus ist zur Zeit des Orchideenfestivals noch unverzichtbarer, als wir letztes Wochenende dort waren (siehe unten).

Das Orchideenfestival
Das Orchideenfestival findet jedes Jahr in Kew Gardens zwischen Anfang Februar und Anfang März statt. 2026 ist es die 30. Ausgabe dieses Festivals. Es war das erste Mal, dass wir hingegangen sind. Es ist viel los, aber es lohnt sich: Man schlendert 30 Minuten lang durch das Princess of Wales Conservatory und entdeckt eine Vielzahl von Orchideenarten. Das Festival hebt die Vielfalt dieser Blume hervor, bietet aber auch ein wahres Feuerwerk für die Augen mit majestätischen Blumenarrangements. Dieses Jahr ist das Thema China, also gab es einen riesigen, mit Orchideen bedeckten Drachen! Am Ende des Rundgangs zeigt uns ein informativer Film die ganze Arbeit, die in Kew Gardens geleistet wird, um zum Schutz der Orchideen und zu ihrer Wiederansiedlung in der Natur in England beizutragen. Bis zum 8. März 2026.
Der Eintritt zum Festival ist im Eintrittsticket enthalten, aber man muss unbedingt mehrere Tage oder Wochen im Voraus ein Zeitfenster für den Besuch reservieren (siehe praktische Informationen weiter unten).




Das Waterlily House ist bis April 2027 geschlossen:
Dieses Gewächshaus liegt direkt neben dem Palm House.

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Unser Routentipp für Kew Gardens an einem halben Tag
3,5-Stunden-Route durch Kew Gardens:
Das ist eine Route, die wir letztes Wochenende mit der Familie getestet haben. Sie hat uns 3,5 Stunden gekostet. Ihr könntet sie in umgekehrter Richtung gehen oder je nach euren Prioritäten eure eigene Route erstellen! Die saisonalen Tipps habe ich violett markiert.
- Betretet den Park durch das Victoria Gate.
- Besichtigt das tropische Gewächshaus, das Palm House, indem ihr durch die Südtür eintretet.
- Geht durch die Westtür wieder hinaus. Im Sommer steht ihr vor jeder Menge Rosen. Außerdem seht ihr von diesem Ausgang des Gewächshauses die großen Alleen: die große Allee (Syon Vista), die zur Themse führt, und die diagonale Allee (Pagoda Vista), die zur Pagode führt. In der Allee neben der Pagode genießt ihr im April die Kirschblüte.
- Besichtigt das Temperate House.
- Macht im Winter einen Abstecher zum Wintergarten.
- Geht dann weiter in Richtung Pagode und japanischer Garten.
- Macht eine Schleife über den Treetop Walkway für einen Spaziergang in der Höhe.
- Geht zurück Richtung Eingang und genießt dabei weiter die Bäume des Arboretums, Richtung The Hive.
- Schließt mit dem Princess of Wales Conservatory ab, für die Kakteen und Orchideen. Achtung: zur Zeit des Orchideenfestivals, Anfang Februar bis Anfang März, muss man ein Zeitfenster reservieren, um in das Gewächshaus zu kommen. Wir empfehlen, dieses Zeitfenster an den Anfang oder das Ende eures halben Tages zu legen (wir hatten uns für das Ende entschieden), denn dieses Gewächshaus ist nicht weit vom Ausgang. Für den Orchideen-Rundgang beim Festival muss man 30 Minuten einplanen.
- Der Ausgang führt durch den Shop von Kew Gardens: ein Ort voller Versuchungen! Man findet dort schöne Geschenkideen und Pflanzen! Wir sind schwach geworden bei… einer Orchidee!

Ich weise darauf hin, dass wir, als die Kinder jünger waren, 5 Stunden in Kew Gardens verbracht haben, denn mit kleinen Kindern gibt es spielerische Rundwege, die man nicht verpassen sollte, und Spielplätze!
Weitere Bereiche, die euch interessieren könnten, wenn ihr mehr Zeit habt:
- Das kleine Bonsai-Gewächshaus (in der Nähe des Ausgangs):

- Das Arboretum: Wir kommen auf unserer Route teilweise hindurch, aber das Arboretum erstreckt sich über 2/3 der Gärten mit nicht weniger als 2000 Baumarten! Im April–Mai trifft man dort auch auf Rhododendren.
- Spaziert auf den Great Broad Walk Borders: eine lange bepflanzte Allee zwischen dem tropischen Gewächshaus und der Orangerie. Im frühen Frühling sieht man dort zahlreiche Osterglocken und von Juni bis September eine große Vielfalt an Blumen.
- Die Ausstellung botanischer Gemälde in der Marianne North Gallery.
- Das Davies Alpine House für die alpinen Pflanzen.
- The Carbon Garden, eine Installation in Pilzform. Man sieht sie ohnehin schon von Weitem.
Praktische Informationen für den Besuch von Kew Gardens:
Anreise aus London:
- Mit der U-Bahn: Nehmt die District Line und steigt in Kew Gardens aus. Rechnet mit 25 Min. U-Bahn ab der Station „South Kensington“ und eher 45 Min. ab dem Zentrum von London.
- Mit dem Auto: Es gibt einen Parkplatz für 9 £ pro Tag (2026), aber wenn ihr an einem Sonntag kommt, gibt es Straßen, in denen das Parken kostenlos ist. Schaut auf parkopedia.com, um sie zu finden.
Öffnungszeiten und Reservierung
Für alle Informationen zu Öffnungszeiten, Preisen und Online-Reservierungen (das ist günstiger als vor Ort!) geht es zur offiziellen Website von Kew Gardens.
Wann nach Kew Gardens kommen?
Jede Jahreszeit hat ihren Reiz! Und egal zu welcher Zeit, ihr genießt immer die Gewächshäuser. Hier die Besonderheiten je nach Jahreszeit:
- Herbst: Diese Zeit hat uns wegen der warmen Farben der Bäume sehr gut gefallen. Bei den Blumen gab es noch Rosen.
- Winter: Das ist die Zeit, in der am wenigsten los ist, also empfehlen wir in diesem Fall, den Besuch mit dem Orchideenfestival zu verbinden, das im Februar–März stattfindet.
- Frühling: wenig überraschend die beste Zeit für Blumen! Mit insbesondere Magnolien und Rhododendren. Im April gibt es sogar die Kirschblüte (Sakura).
- Sommer: Der Rosengarten ist im Sommer besonders schön, ebenso die Seerosen.

Gute Adresse zum Schlemmen in der Nähe von Kew Gardens:
Bevor wir Kew Gardens betreten haben, haben wir köstliche herzhafte Blätterteigteilchen und Kuchen bei Sift Bakes & Brews in Richmond gekauft (geöffnet von 8 bis 16:30 Uhr, Dienstag bis Sonntag). Es ist 10 Gehminuten vom Eingang von Kew Gardens entfernt, aber es lohnt sich, den Abstecher von der U-Bahn aus zu machen! Der Bananenkuchen mit Heidelbeeren ist ausgezeichnet! Zu beachten: Im Park darf man picknicken.

Unterkunft in London
Ich hatte einen Artikel geschrieben, um Unterkünfte in London nach Stadtvierteln vorzuschlagen. Um sowohl für die Besichtigung des Londoner Zentrums als auch für den Ausflug nach Kew Gardens gut gelegen zu sein, schaut euch besonders meine Tipps für das Viertel South Kensington an.
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Wer hat vor, demnächst Kew Gardens zu besuchen?
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