Ist es eine gute Idee, auf Bali ein Auto zu mieten? Ich nehme die Spannung gleich vorweg: Für mich ist die Antwort nein, für meinen Liebsten aber ja! Ich liste euch also die Vor- und Nachteile auf, und ihr könnt euch eure eigene Meinung bilden. Außerdem nutze ich die Gelegenheit, euch ein paar nützliche Informationen zu geben, falls ihr euch bei einer Familienreise nach Bali auf dieses Abenteuer einlassen möchtet.

Ein Auto auf Bali mieten: die Vorteile.
- Was Autonomie und Freiheit betrifft, ist es top! Wirklich! Ich glaube, wir hätten ohne unser Auto nicht alles gesehen, was wir gesehen haben (siehe die Details zu unserem Roadtrip auf Bali). Ganz zu schweigen von der völligen Freiheit beim Tagesprogramm. Lust auf diesen Strand? Los, wir fahren hin! Lust, dieses Restaurant auszuprobieren, aber es liegt 5 km vom Hotel entfernt? Los, ab ins Auto… usw.
- Es ist überhaupt nicht teuer: Wir haben 12 € pro Tag für einen kleinen viertürigen Toyota Ayla bezahlt. Ich empfehle wirklich, ein kleines Auto zu wählen, denn die Straßen sind eng. Das war der Preis, den wir bei den meisten lokalen Vermietern gesehen haben. Wir haben unser Fahrzeug ein paar Tage vor unserer Ankunft online reserviert, und der Vermieter kam mit dem Auto zum Flughafen Denpasar für den Check-in. Hinweis: Die großen internationalen Ketten haben höhere Preise (vielleicht bessere Deckung im Problemfall? Ich weiß es nicht, erzählt mir gern davon, wenn ihr es testet).
- Man fährt langsam: Ich zähle das als Vorteil, denn bei den kleinen kurvigen Straßen der Insel fand ich es beruhigend, dass man am Ende nur mit maximal 50 km/h fährt, mit vielen Abschnitten bei 30 km/h! Da die Entfernungen nicht sehr groß sind, stört das langsame Fahren wirklich nicht, im Gegenteil. In der Gegend Kuta-Denpasar fährt man übrigens langsam, weil es dort viele Staus gibt!
- Sehr schöne Panoramastraßen: Besonders empfehle ich euch die Straße über Sidemen, die Straße entlang der Küste östlich von Amed, die Straße am Rand des Batur-Kraters und die Strecke von Banjar nach Munduk.
- Keine Busse mit verrücktem Fahrstil: Anders als in anderen Ecken Asiens begegnet ihr auf Bali keinen Bussen, die völlig wild mit hohem Tempo fahren!
- Als Familie ist es praktisch: Für die Kinder sind Autofahrten von Punkt A nach Punkt B, also von Tür zu Tür, erholsam. Kein Stress in Verkehrsmitteln, keine langen Fußwege. In unserem Auto gab es Klimaanlage, und das ist wichtig, damit den Kindern nicht zu heiß wird. Außerdem haben wir die Fahrten beim Etappenwechsel am frühen Nachmittag gemacht, damit Ticoeur und Titpuce im Auto schlafen konnten.
- „Papa Voyage“ hat seine Fahrerfahrung auf Bali geschätzt und würde es ohne Zögern wieder machen.
Unser Auto für 3 Wochen auf Bali
Foto unterwegs aufgenommen
Die wunderschöne Straße östlich von Amed
Ein Auto auf Bali mieten: die Nachteile.
- Enge Straßen: Bali ist nicht wirklich auf Autos ausgelegt, und trotzdem gibt es immer mehr davon. Die Straßen sind oft kleine Bergstraßen, und wenn zwei Autos aneinander vorbeifahren, passt es gerade so! Für mich auf dem Beifahrersitz war das oft beeindruckend: Ich hatte ständig das Gefühl, dass wir gleich die Vegetation am Straßenrand berühren würden, oder schlimmer noch jemanden auf einem Roller.
- Sehr viele Zweiräder: Sehr viele! Außerhalb der Städte tragen Einheimische selten Helm (Touristen machen es leider manchmal nicht besser). Man sieht sogar balinesische Kinder unter 10 Jahren, die Motorräder fahren, mit ihren kleinen Brüdern und Schwestern darauf. Der schlimmste Moment ist Schulschluss. Alle Kinder sind auf dem Motorrad! Man muss also in jedem Moment auf die sehr zahlreichen Zweiräder achten. Im Gegensatz zu Myanmar oder Vietnam haben wir allerdings keinen Motorradfahrer gesehen, der entgegen der Fahrtrichtung fuhr. Immerhin!
- Viele holprige Straßen: Nichts Dramatisches. Wir haben in Afrika Schlimmeres gesehen ;-). Es ist etwas unangenehm, weil man durchgeschüttelt wird, wenn die Straße schlecht ist, und man natürlich immer sehr, sehr wachsam bleiben muss. Gefährlich ist es aber auch nicht. Vorsicht reicht. Die schlechteste Straße, die wir gefahren sind, war die zu den Reisfeldern von Jatiluwih, aber dort waren Bauarbeiten im Gang, also gibt es Hoffnung…
- Hunde und andere Unwägbarkeiten: Es gibt viele streunende Hunde, die mitten auf der Straße Siesta machen. Zum Glück fährt man auf Bali langsam, und das ist gut so, denn die Hunde brauchen etwas lange, bis sie reagieren! Trotzdem machen sie am Ende immer Platz, und schließlich sind sie weniger gefährlich als die Kängurus in Australien, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Kurz gesagt: Man muss wieder einmal wachsam sein. Und noch einmal zu den Hunden (wirklich!): Mehrmals, nachdem wir unser Auto auf einem Parkplatz gelassen hatten, fanden wir es mit ein paar leichten Kratzern wieder, die sehr nach Spuren von Hundekrallen aussahen. Wir haben keinen Beweis, aber wahrscheinlich war es das (oder ein anderes Tier). Deshalb hatten wir Stress, dass der Vermieter Geld für eine neue Lackierung verlangen würde. Mit einem Tuch haben wir die Kratzer gut poliert, und obwohl man sie noch ein wenig sah, sagte der Vermieter nichts (puh!).
- Zu wenige Parkplätze am Straßenrand: Eigentlich gäbe es gar keinen Platz für Parkplätze, aber dadurch ist es frustrierend, denn oft möchte man anhalten, um eine unglaubliche Aussicht zu genießen, und kann nicht! Immerhin sieht der Beifahrer mehr als der Fahrer. Ich habe auch Fortschritte darin gemacht, unterwegs schöne Fotos zu schießen (und ich habe die schnelle Auslösung unserer Kamera sehr geschätzt ;-)).
- Am Ende war ich persönlich oft ein bisschen gestresst. Ich dachte nie, dass wir einen schweren Unfall riskieren würden, weil wir sehr langsam fuhren (und die anderen auch), aber ich hatte oft Angst, dass wir wegen der engen Straßen das Auto oder ein anderes Fahrzeug beschädigen könnten.
So sieht eine Straße auf Bali aus
Eine Straße auf Bali: zum Glück oft wenig Verkehr, außer im Süden.
Ein Auto auf Bali mieten: nützliche Infos.
- Linksverkehr: Nach Australien und Neuseeland war mein Liebster gut trainiert. In jedem Fall glaube ich, dass man sich sehr schnell an den Linksverkehr gewöhnt.
- Internationaler Führerschein: Beantragt vor der Abreise einen internationalen Führerschein. Er ist kostenlos. Der Führerschein ist ein Jahr gültig. Achtung: Ihr müsst außerdem euren normalen Führerschein mitnehmen, denn der internationale Führerschein funktioniert eher als Übersetzung, nicht wirklich als offizieller Führerschein. Man braucht beide. Das ist also die Regel: Man braucht einen internationalen Führerschein. In der Praxis hat unser Vermieter KEIN einziges Papier von uns verlangt! Wir hätten gar nicht fahren können!!! Ja, ich weiß, das ist beängstigend!!!
- Kindersitz: Wir hatten unsere beiden Sitzerhöhungen dabei. Man hätte vor Ort Kindersitze mieten können, aber aus Erfahrung weiß man nie genau, was man bekommt. Wenn ihr könnt, nehmt eure eigenen mit. Wenn ihr über einen bekannten internationalen Vermieter, also eine große Kette, bucht, könnt ihr euch vermutlich vorher über die Qualität des verfügbaren Materials vergewissern.
- GPS und Telefon: Wir empfehlen euch die App „Organic Maps“. Ihr werdet euch nicht verirren, und sie funktioniert ohne Internet (man muss die Karte vorher herunterladen). Wenn ihr eine SIM-Karte für Bali kauft, könnt ihr einfach Google Maps benutzen und habt den Komfort von Internet und Telefon während der Reise (das ist immer beruhigend!). Denkt daran, eine Halterung für euer Telefon einzupacken, damit ihr es am Rückspiegel befestigen könnt (ganz simpel, aber sehr praktisch!).
- Parken: An jedem Ort (Tempel, heilige Becken, Strände) muss man zwischen 1000 und 5000 Rupien bezahlen. Am Anfang hat man das Gefühl, gerade von Unbekannten abgezockt zu werden, aber nein, keine Sorge, das ist offiziell (meistens jedenfalls!) und vor allem wirklich nicht teuer.
- Benzinpreis: 6500 Rupien/Liter (im April 2016), also etwa 40 Eurocent pro Liter.
- Versicherung: Wir hatten nur die Basisversicherung unseres Vermieters. Wenn ihr aber mehr Budget habt und vorsichtig sein wollt, könnt ihr eine unabhängige Versicherung abschließen, die euch über die Basisversicherung hinaus absichert und oft günstiger ist als die Vollkaskoversicherung, die der Vermieter euch anbieten könnte.
- Nachts nicht fahren: oder nur eine ganz kurze Strecke, zum Beispiel um von einem Restaurant zurückzukommen.
Welche Alternativen gibt es zur Autovermietung?
- Transfers in organisierten Shuttles für Touristen (oft Minibusse) -> als Familie nicht sehr praktisch, und nicht alle Routen sind möglich. Ihr kommt damit nicht besonders weit abseits der üblichen Wege.
- Auto mit Fahrer -> Ihr könnt für die gesamte Dauer eures Aufenthalts ein Auto mit Fahrer buchen. Alle Autovermieter bieten diese Option an. Pro Tag ist das recht teuer, denn es beinhaltet die Lebenshaltungskosten des Fahrers (Unterkunft, Essen). Abgesehen vom Budget stört mich am meisten, dass ich mich mit einem Fahrer im Rücken „blockiert“ fühlen würde. Ich habe ein bisschen Mühe, meine Ferien zu genießen, wenn ständig jemand mit uns unterwegs ist, selbst wenn die Person sympathisch und diskret ist.
- Die meiner Meinung nach beste Lösung: Fragt bei jeder Unterkunft nach Rat für den jeweiligen Transfer. Das heißt also: für jede Strecke ein anderes Auto und ein anderer Fahrer. Das ist viel günstiger, denn der Fahrer fährt nach dem Absetzen wieder nach Hause. Ihr bezahlt nur seine wenigen Arbeitsstunden. Außerdem habt ihr beim nächsten Mal jemand anderen, falls euch die Person nicht besonders gefällt. Natürlich kann diese Lösung organisatorisch komplizierter wirken, aber keine Sorge: Alle Unterkünfte können Transfers für euch organisieren und euch einen Fahrer zur nächsten Etappe vermitteln. Wenn euch das beruhigt, könnt ihr all diese Transfers schon gleichzeitig mit der Unterkunft reservieren. Wenn ihr lieber improvisiert, bin ich sicher, dass ihr immer jemanden findet, der euch dorthin bringt, wo ihr hinmöchtet. Angebote gibt es genug. Diese Art zu reisen, bei der man jeden Transport über die jeweilige Unterkunft organisiert, haben wir bei unserer Reise nach Sri Lanka komplett getestet und für gut befunden, und ich denke, dass es auch auf Bali die beste Lösung ist, wenn ihr euch nicht an eine Autovermietung wagen wollt.
Foto unterwegs aufgenommen, in der Gegend von Sidemen
So! Ich hoffe, das beantwortet einige eurer Fragen und hilft euch zu entscheiden, ob ein Mietwagen auf Bali für euch infrage kommt oder nicht! Habt ihr eigene Erfahrungen mit dem Autofahren auf Bali?
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EDIT vom Januar 2020: Ihr fragt mich so zahlreich nach den Informationen zu unserem Autovermieter auf Bali, dass ich euch die Info nun endlich gebe. Der Grund, warum ich die Daten bisher nicht geteilt hatte, ist, dass ich euch grundsätzlich, wenn ihr das Budget habt, empfehle, euer Auto bei einem klassischeren Vermieter zu mieten, also bei einer internationalen Kette. Schaut euch die verschiedenen Mietwagenangebote auf Bali* auf einem Vergleichsportal an. Wir suchten damals eine günstigere Lösung und haben deshalb bei ihnen gemietet, aber das Niveau entspricht nicht dem eines traditionellen Vermieters. Das Auto war in ordentlichem Zustand, aber nicht tipptopp, und wenn wir einen Unfall gehabt hätten, weiß ich nicht genau, was unsere Deckung wert gewesen wäre.

