Die zweite Etappe unserer Weltreise als Familie war Myanmar, ein Land, in dem wir schon lange reisen wollten, aber aus politischen Gründen war bei unseren früheren Aufenthalten in Asien nicht der richtige Moment dafür. Zum Glück ändern sich die Dinge, und a priori in die richtige Richtung. Aus touristischer Sicht boomt das Land jedenfalls gerade. Nach den Nachrichten, die ich bekommen habe, denkt ihr viele über eine Reise nach Myanmar nach, und ich verstehe gut, warum dieses Land so begehrt ist: Es ist wunderschön, exotisch und die Menschen sind extrem freundlich. Allerdings, ich nehme gleich ein bisschen Spannung heraus, finde ich nicht, dass es ein einfaches Reiseziel für eine Reise mit Kindern ist. Das heißt nicht, dass ich davon abrate, aber ich warne euch: Meiner Meinung nach ist Myanmar etwas für reiseerfahrene Eltern. Wenn ihr Ideen für eine erste Familienreise nach Asien sucht, gibt es deutlich einfachere Länder, zum Beispiel Sri Lanka, Malaysia, Vietnam… Lest meinen Artikel also unbedingt bis zum Ende, um herauszufinden, ob Myanmar eine Reise für eure kleine Familie ist.

Wir blieben 25 Tage, wobei die vom Visum erlaubte Höchstdauer 28 Tage beträgt.
Alter von Ticoeur: 6 Jahre
Alter von Titpuce: fast 4 Jahre

Myanmar mit Familie: unsere Route
Tag 1: Ankunft in Rangun
Tag 2: Weiter nach Hpa-An: Tagesbusfahrt (7 Std.).
Tag 3 und Tag 4: Hpa-An: seine Klöster, Höhlen und Fledermäuse! (siehe meinen Artikel über Hpa-An).
Tag 5: Mawlamyine (3 Std. Busfahrt): Besuch der Pagoden und Spaziergang am Wasser.
Tag 6: Zurück nach Rangun: Tagesbusfahrt (7 Std.).
Tag 7: Weiter nach Mandalay: Tagesbusfahrt (8 Std.).
Tag 8 bis Tag 12: Besuch von Mandalay und Umgebung mit einer Nacht in Pyin Oo Lwin (siehe Artikel über Mandalay).
Tag 13: Fahrt nach Bagan (mit Minibus + Sammeltuk-tuk: 5 Std.) -> siehe Artikel über die schönsten Tempel von Bagan.
Tag 14-Tag 15-Tag 16: Bagan
Tag 17: Weiter nach Kalaw (8 Std. im Minibus)
Tag 18: Kalaw: Wanderung zum „View Point“ (6 Std. hin und zurück mit Mittagspause – wir machten diese Wanderung auf eigene Faust, aber sie ist nicht ausgeschildert. Mein Liebster hat einen sehr guten Orientierungssinn, und wir hatten die App „Forever Map“. Ehrlich gesagt war es nicht einfach, den Weg zu finden. Es gibt Touren mit Guides.
Tag 19: Weiter zum Inle-See (2 Std. mit Minibus + Sammeltuk-tuk) -> siehe Artikel über das ruhige Leben am Inle-See.
Tag 20-Tag 21-Tag 22: Entdeckung der Ruhe des Inle-Sees und seiner Fischer: Bootsfahrten und Fahrradtouren.
Nachtbus nach Rangun (von 18:30 Uhr bis 6 Uhr morgens).
Tag 23-Tag 24-Tag 25: Besuch von Rangun und Flug nach Perth (Westaustralien) -> siehe Artikel über unsere paar Tage in Rangun (Yangon).

Um diese Route zu verbessern: Ich würde die Etappe in Mawlamyine streichen (wir fanden diese Stadt zu verlassen, fast unhygienisch). Wenn ihr nicht wandern möchtet, würde ich auch die Etappe in Kalaw streichen, aber dann wird die Busfahrt zwischen Bagan und Inle lang. Mindestens würde ich sagen: 2 volle Tage in Hpa-An, 3 volle Tage für Mandalay und Umgebung, 3 volle Tage in Bagan, 2 volle Tage am Inle-See und 1 oder 2 Tage in Rangun einplanen. Vergesst die Transportzeiten nicht. Um eine der langen Busfahrten zu vermeiden, ist es eine gute Option, in Myanmar in Mandalay anzukommen und von Rangun zurückzufliegen, oder umgekehrt. Und wenn ihr das Budget habt, gibt es einen sehr, sehr schönen Strand (Ngapoli), der per Flugzeug erreichbar ist; sonst sind es 15 Stunden Auto auf schlechter Straße!
Praktische Informationen für eine Reise nach Myanmar:
Wetter: Bei uns im Januar-Februar war das Wetter perfekt. Das ist übrigens auch die touristische Hochsaison.
Transport: Wir kamen aus Vietnam, aber von Frankreich aus könnt ihr je nach Airline über Bangkok oder über die Golfstaaten fliegen. Der Zeitunterschied zu Frankreich beträgt im Winter 5:30 Stunden. Zwischen den Städten nutzten wir Busse, Minibusse und Sammeltaxis. Auf der Route, die wir gewählt hatten, waren die Straßen in gutem Zustand.


Visum: vor der Abreise online zu beantragen (kostenpflichtig). Aufenthalt von maximal 28 Tagen.
Reiseführer: Wir hatten den Lonely Planet und fanden ihn sehr gut. Nur der Teil über Bagan ist enttäuschend, weil es dort keinerlei Erklärungen zu den Tempeln gibt.
Orientierung vor Ort: Mein Liebster hatte die Myanmar-Karte in Forever Map heruntergeladen. So konnten wir auch ohne Internet unseren Weg finden. Das war sehr nützlich für unsere Fahrradtouren, Spaziergänge und Wanderungen…
Zubehör für die Kinder:
- Die Ergobaby-Trage: Mein Liebster trug Titpuce auf dem Rücken beim Fahrradfahren und für einen großen Teil unserer Wanderung in Kalaw.
- Unsere 2 BubbleBums (aufblasbare Sitzerhöhungen): Wir benutzten sie für unsere Taxifahrten.
- Für den Rest: siehe die Details zu unserem Gepäck.
Gesundheit: Die üblichen Impfungen waren aktuell + unser Arzt empfahl die Typhusimpfung, die wir trotz unserer Zweifel gemacht haben, sowie eine Malariaprophylaxe (besprecht das vor der Abreise mit eurem eigenen Arzt). Wir benutzten Mückenschutz für die Tropen auf der Haut und auf unserer Kleidung. In unseren Hotels gab es immer Klimaanlage oder Moskitonetze. Wir hatten nur wenige Mücken.
Essen: Im Vergleich zu Vietnam waren wir weniger begeistert, aber ich mochte trotzdem die Shan-Spezialitäten und die kleinen Straßen-BBQs (Beer Stations). Ticoeur und Titpuce aßen ziemlich viele Nudeln und freuten sich in Bagan, ein paar westliche Gerichte wiederzufinden.
Unterkünfte und Restaurants: In meinen Artikeln über Mandalay, Bagan, Inle und Rangun findet ihr unsere guten Adressen; wenn ich nichts angegeben habe, fanden wir den Ort einfach oder nicht besonders gut. Wir nutzten ziemlich viel Tripadvisor für Bewertungen. Ich empfehle euch, in der Hochsaison alles gut im Voraus zu reservieren, denn manchmal gibt es mehr Touristen als gute Hotels! Ein weiterer störender Punkt: Außer in Rangun fanden wir nur Dreibettzimmer! Familientourismus ist noch nicht entwickelt, also war es gut, dass wir eine kleine aufblasbare Matratze für unsere Titpuce dabeihatten.
Kommunikation: anderes Alphabet, aber auch andere Zahlen, daher ist es nicht immer einfach, Schilder und vor allem Busfahrpläne zu verstehen. Insgesamt kamen wir aber mit Englisch zurecht und reservierten fast alles über unsere Unterkünfte.
Budget: Wir gaben im Durchschnitt 77 € pro Tag für vier Personen aus, ja, auf den Euro genau wie in Vietnam, aber mit anderer Verteilung: 45 € (Unterkünfte), 10 € (Transport im Land: Bus, Taxi, Fahrrad, Boot), 15 € (Essen), 7 € (Aktivitäten/Ausflüge).
Myanmar: ein Reiseziel für eine Familienreise?
Die Pluspunkte:
- Ein sehr, sehr schönes Land! Aber das ist keine spezielle Familien-Eigenschaft 😉
- Herzlicher Empfang durch die Bewohner, die Kinder lieben! Fast zu sehr, ich erkläre: Sie griffen Ticoeur und Titpuce liebevoll, aber ohne Vorwarnung. Schulkinder umringten sie. Immer mit guten Absichten und viel Freundlichkeit, aber unsere Lieblinge hatten Schwierigkeiten mit so viel Körperkontakt. Dafür fragen die Menschen in Myanmar immer um Erlaubnis, bevor sie fotografieren: Das ist selten in Asien. In diesem Punkt also sehr respektvoll. Wir machten es daher genauso.
- Die Straßen, die wir genommen haben, waren in gutem Zustand.
- Wir haben für die Kinder fast nie etwas bezahlt, weder bei Ausflügen, Touren noch Eintrittskarten. Sogar beim Bus mussten wir darauf bestehen, drei oder vier Plätze zu kaufen, denn sie wollten uns freundlicherweise nur zwei verkaufen, damit wir sparen. In diesem Fall hätten wir stundenlang mit Titpuce und Ticoeur auf den Knien reisen müssen, also nahmen wir je nach Sitzkonfiguration 3 oder 4 Tickets.

Die Minuspunkte (als Familie):
- Viele sehr, sehr lange Busfahrten. Schaut also, ob das mit euren Kindern funktionieren würde. Bei uns gab es überhaupt kein Problem, was mich sogar überrascht hat. Im Bus sangen Ticoeur und Titpuce, wir spielten Pictionary mit unserer Tafel, machten Mathe, Gedichte, Diktate, sie schauten Zeichentrickfilme (auf Burmesisch im Bus!) und manchmal schliefen sie ein… Wenn ihr das Budget habt, könnt ihr natürlich Inlandsflüge buchen, die allerdings teuer sind, oder für die gesamte Reise einen Fahrer mit Auto nehmen.
- Nicht immer ausreichend komfortable Unterkünfte (nicht toll in Hpa-An oder Mandalay, aber vielleicht findet man mit mehr Vorlauf andere Optionen…); und außerdem hatten wir außer in Rangun nur Dreibettzimmer. Nicht ideal für eine Familie mit vier oder mehr Personen…
- Mandalay ist überhaupt nicht angenehm… Man sollte vor allem die Umgebung erkunden und die Wege innerhalb der Stadt begrenzen.
- Bei jeder Etappe war die Fortbewegung das Problem. Wir mieteten oft Fahrräder, aber das ist nicht einfach: keine Kindersitze, keine Helme, anstrengende Strecken… Wenn ihr nicht ans Fahrradfahren und Improvisieren gewöhnt seid, ist das keine besonders gute Option. Bequemer ist es, Taxis zu nehmen und Touren für die Besichtigungen zu buchen, aber dann verliert man Freiheit…
Ich will euch nicht entmutigen, aber fragt euch gut, ob ihr in der Lage seid, lange Fahrten mit Kindern aneinanderzureihen, oder ob ihr in Inlandsflüge investieren möchtet, und ob ihr manchmal auf Komfort verzichten könnt. Wir bereuen nichts und haben dieses Land wirklich geliebt, aber von allen Ländern, die wir in Südostasien besucht haben, ist es wahrscheinlich eines der am wenigsten geeigneten für Familientourismus. Trotzdem: Wenn ihr es gewohnt seid, mit euren Kindern zu reisen, und Asien schon ein wenig kennt, dann los! Und bereitet eure Reise gut vor!
Und Myanmar ist auch:
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- Menschen mit Thanaka auf den Wangen, einer natürlichen Paste, die vor Sonne und Mücken schützt
- Viele Betel-Kauer, daher die roten Flecken auf dem Boden… und auf den Zähnen!
- Menschen von großer Ehrlichkeit: Wir hatten nie das Gefühl, dass man uns etwas stehlen oder uns auch nur übervorteilen könnte.
- Ethnien, die noch sehr präsent sind, aber für wie lange?
- Momente, in denen man wirklich in die Vergangenheit reist: Spazierfahrt im Wagen, Pferde auf den Straßen, traditionelle Kleidung…
- Überall buddhistische Mönche und Nonnen.
- Viele Lächeln und viel Mingalabar! (Hallo!)








Und? Habt ihr Lust auf eine Reise nach Myanmar?
Nachdem ich euch nun alles über Myanmar erzählt habe, geht es weiter mit Australien und Neuseeland, wo ihr mir im Moment in den sozialen Netzwerken folgen könnt!





