Wir begannen unsere Weltreise als Familie in Vietnam, einem Land, das für Reisen mit Kindern eher einfach ist. Vor 10 Jahren waren wir schon einmal zu zweit im Norden des Landes. Diesmal beschlossen wir mit Ticoeur und Titpuce, uns auf zwei Regionen zu beschränken:
- Hoi An und Hué im Zentrum
- Ho-Chi-Minh-Stadt und das Mekong-Delta im Süden
Wir entschieden uns für die visafreie Variante und damit für maximal 15 Tage im Land, daher die wenigen Etappen.
Alter von Ticoeur: 6 Jahre
Alter von Titpuce: fast 4 Jahre

Unsere Route:
Tag 1: Ankunft in Hanoi aus Paris (10 Std. Flug – Vietnam Airlines)
Tag 2: Flug nach Danang (1:15 Std. – Vietjet) und Ankunft bei Hoa und ihrer Familie in einem Dorf 20 Minuten von Hoi An entfernt (siehe meinen Artikel)
Tag 3: Alltag im Dorf von Hoa
Tag 4: Alltag im Dorf von Hoa und Besuch von Hoi An (Altstadt)
Tag 5: Hoi An: Fahrradausflug und danach Strand
Tag 6: Hoi An: Strand und Spaziergang durch die Altstadt
Tag 7: Fahrt von Hoi An nach Hué mit Stopps an den Marble Mountains, am Wolkenpass und am Strand (von 8 Uhr bis 15 Uhr). Bootsfahrt auf dem Parfümfluss in Hué.
Tag 8: Hué: Radtour zu den Kaisergräbern in der Umgebung von Hué (insgesamt 30 km) – Besuch der Verbotenen Stadt am Ende des Tages
Tag 9: Weiter nach Danang, dann Flug nach Can Tho im Mekong-Delta (1:15 Std. – Vietjet). Spaziergang am Flussufer
Tag 10: Bootsausflug zu den schwimmenden Märkten von Cai Rang und Phong Dien
Tag 11: Weiter nach Vinh Long (mit dem Bus), dann auf die Insel An Binh direkt gegenüber (15 Min. Fähre).
Tag 12: Besuch von Sa Dec auf den Spuren von Marguerite Duras (lokaler Bus).
Tag 13: Bootsausflug zu den schwimmenden Märkten (Cai Be) – Weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt (mit dem Taxi – 3 Std.)
Tag 14: Besuch von District 1 in Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon): Hauptpost, Kathedrale, Straßen Dông Khoi und Nguyên Huê, Museum der Schönen Künste…
Tag 15: Zoo von Ho-Chi-Minh-Stadt und noch einmal District 1. Für uns war Ho-Chi-Minh-Stadt eine Etappe, die wir nicht vergessen werden, denn dort trafen wir eine Blogleserin, die uns eingeladen hatte, bei ihrer kleinen Familie zu bleiben. Eine sehr schöne Begegnung! Vielen lieben Dank, Daphnée, Julien und Zack! Es war toll, sich mit euch auszutauschen, Ho-Chi-Minh-Stadt fast so zu erleben, als würden wir dort leben, und am anderen Ende der Welt ein warmes Dach über dem Kopf zu finden. Wir hoffen, euch wiederzusehen! (Julien: Titpuce verlangt nach deinen Pancakes!!). Gemeinsam gingen wir ins Snap Café: eine sehr gute Adresse für ein Abendessen mit Kindern, weil man draußen isst und es einen kleinen Spielbereich für Kinder gibt. Sehr gute Adresse im Expat-Viertel. (Snap Café: 32 Tran Ngoc Dien Street | Thao Dien Ward, District 2, Ho Chi Minh City, Vietnam).
Tag 16: Abreise

Ein paar Fotos aus Ho-Chi-Minh-Stadt…
Ho-Chi-Minh-Stadt bei Sonnenuntergang
Die Post im Kolonialviertel (District 1)
Pagode des Jadekaisers
In den Straßen von Ho-Chi-Minh-Stadt
Alltag…
Sehr schöne Bonsai-Sammlung im Zoo und Botanischen Garten von Ho-Chi-Minh-Stadt
Mein Routenvorschlag für eine erste Vietnamreise mit Kindern (von Norden nach Süden):
- 2 Tage in Hanoi: um anzukommen und das Kolonialviertel, den See, den Literaturtempel zu besuchen… Achtung: Der Verkehr ist schwierig und mit Kindern daher etwas anstrengend (siehe unsere ersten Eindrücke von Vietnam). Von Hanoi aus könnt ihr einen zweitägigen Ausflug in die Halong-Bucht organisieren. Ja, sie ist touristisch, aber sie ist so schön! Wir waren dort bei unserer ersten Reise 2006, deshalb haben wir die Halong-Bucht nicht mit Kindern getestet; man müsste prüfen, ob das mit ganz kleinen Kindern gut machbar ist, denn man ist eben auf einem Boot (Vorsicht!). Wir hatten außerdem den Ausflug nach Tam Coc gemacht, der sogenannten trockenen Halong-Bucht, und das war schön. Macht das nur, wenn ihr genug Zeit habt.
- 4 oder 5 Tage in Hoi An (siehe all unsere Besuche in Hoi An und Umgebung): großer Herzensort!
- 3 Tage in Hué, der Kaiserstadt (wir blieben 2 Tage, und das war zu kurz).
- Alle schwärmen mir von der Region Dalat vor, also werden wir dort beim nächsten Mal Halt machen.
- 4 oder 5 Tage im Mekong-Delta
- 1 Tag in Ho-Chi-Minh-Stadt (wenn ihr von dort abreist, sonst Rückkehr nach Hanoi). Wir fanden es in Ho-Chi-Minh-Stadt wirklich viel zu heiß, obwohl Januar angeblich der „kühlste“ Monat ist! Die Stadt ist groß und laut: nicht ganz einfach, sie mit Kindern zu genießen. Wenn ihr ohne Kinder reist, könnt ihr länger bleiben: In der Stadt gibt es mehrere Besichtigungen (Tempel, Museen…). 60 km von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt kann man die Cu-Chi-Tunnel besuchen (Vietnamkrieg), aber mit Ticoeur und Titpuce erschien uns das nicht passend. Wir gingen lieber mit Daphnée und ihrer kleinen Familie in den Zoo und Botanischen Garten.
- Und um das Meer zu genießen, würde mich die Insel Phu Quoc für ein nächstes Mal sehr reizen!
Ihr werdet merken, dass ich Sa Pa im Norden Vietnams nicht erwähnt habe: Wir waren 2006 dort. Es hat mir nicht besonders gefallen, zumal wir Regen, Nebel und Kälte hatten, was wohl gar nicht so selten ist! Ja, man kann dort Reisterrassen sehen, aber in anderen asiatischen Ländern haben mich andere Reisfelder viel mehr begeistert… Das bleibt natürlich nur meine Meinung…
Aus Wetter- und Zeitgründen ist es vielleicht am besten, entweder den Norden oder den Süden zu wählen und zwei Vietnamreisen einzuplanen ;-).
Hoi An
Die Halong-Bucht
Eine Mekong-Überfahrt mit der Fähre
Praktische Informationen für eine Reise nach Vietnam:
Wetter: Bei uns war das Wetter im Januar in Hoi An und Hué perfekt, im Mekong-Delta etwas heiß, aber angenehm. Die Februar- oder Osterferien erscheinen mir passend.
Transport: Wir buchten unseren Hinflug Paris->Hanoi mit Vietnam Airlines. Für die Inlandsflüge entschieden wir uns für die Low-Cost-Airline Vietjet (Tickets zwischen 5 und 25 Euro!). Wir waren zufrieden, außer beim Flug Hanoi->Danang, bei dem wir mehrere Stunden Verspätung hatten. Gleichzeitig lohnte es sich immer noch mehr als 10 Stunden Zugfahrt!
Reiseführer: Wir nutzten den Guide Évasion Vietnam und fanden ihn sehr gut, vor allem wegen der Auswahl der Herzensbesichtigungen und der Erklärungen zu jedem Ort.
Orientierung vor Ort: Mein Liebster hatte die Vietnamkarte in der App Here heruntergeladen. So konnten wir auch ohne Internet unseren Weg finden. Das war sehr nützlich für unsere Fahrradtouren und auch für einige Ausflüge ohne Guide (Sa Dec, Umgebung von Hué…).
Zubehör für die Kinder:
- Die Ergobaby-Trage: Wir haben sie wenig benutzt, weil Titpuce gut gelaufen ist. Mein Liebster nutzte sie, um Titpuce auf dem Rücken zu tragen, als wir in den Dörfern bei Hué Fahrrad fuhren, denn das Fahrrad hatte keinen Kindersitz. Auch in Ho-Chi-Minh-Stadt schlief Titpuce wegen der Entfernungen und der Hitze manchmal im Ergo.
- Unsere 2 BubbleBums (aufblasbare Sitzerhöhungen): Wir benutzten sie für unsere Autofahrten. Die Autos hatten immer Klimaanlage und fast immer gute Sicherheitsgurte.
- Für den Rest: siehe die Details zu unserem Gepäck.
Gesundheit: Die üblichen Impfungen waren aktuell. Unser Arzt hatte keine weiteren Impfungen empfohlen, aber besprecht das mit eurem. Im Mekong-Delta und in Ho-Chi-Minh-Stadt hatten wir einige Mücken. Wir benutzten Mückenschutz für die Tropen. In unseren Hotels gab es immer Klimaanlage oder Moskitonetze.
Essen: Ticoeur und Titpuce mochten die lokale Nudelsuppe (Pho) sehr. Sonst gibt es Gerichte mit weißem Reis + Gemüse + Huhn, sehr gute Fruchtsäfte und Kekspackungen zum Knabbern tagsüber. Die Kinder mögen auch „Banh Mi“ (Baguette-Sandwiches), vor allem die mit La Vache qui Rit ;-). Die Küche ist nicht scharf, zumindest werden die Chilis separat serviert. Wenn ihr es braucht, findet ihr ganze Geschäfte für Windeln oder Milchpulver.
Unterkünfte und Restaurants: In meinen Artikeln über Hoi An, Hué und das Mekong-Delta findet ihr unsere guten Adressen. Wenn ich nichts angegeben habe, dann fanden wir den Ort einfach, ohne besonderen Reiz, aber sauber war es eigentlich immer. Wir nutzten ziemlich viel Tripadvisor für Bewertungen. Überall fanden wir Hotels mit Zimmern mit 2 Doppelbetten, dazu noch in King Size!
Kommunikation: einfach auf Englisch oder mit Gesten, um ein Gericht auszuwählen oder nach dem Weg zu fragen.
Budget: Wir gaben im Durchschnitt 77 € pro Tag für vier Personen aus. Dieses Budget enthält auch die Inlandsflüge. Aufteilung der 77 €/Tag: 32 € (einfache, aber sehr saubere und komfortable Unterkünfte), 20 € (Transport: Flugzeug, Bus, Taxi), 15 € (Essen), 10 € (Aktivitäten/Ausflüge).

Vietnam: ein Reiseziel für eine Familienreise?
Die Pluspunkte: Es ist einfach und günstig. Wenige lange Strecken, wenn man das Flugzeug nimmt, und Flüge sind sehr preiswert. Die Straßen, die wir nahmen, waren in sehr gutem Zustand, und die Autos fuhren langsam. Sehr herzlicher Empfang und große Lächeln für die Kinder. Außerdem haben wir für sie bei Ausflügen oder Eintrittskarten nie etwas bezahlt (ich weiß nicht, ab welchem Alter Kinder zahlen müssen?). Viel Tapetenwechsel und viel zu entdecken. Schöne Natur- und Kulturstätten.
Die Minuspunkte: Die Städte sind laut und überhaupt nicht für Fußgänger gemacht. Überall sind Motorräder und selten Bürgersteige. Man sollte wenig Zeit in den Städten verbringen und hinausfahren, um die Umgebung ruhiger und oft interessanter zu genießen.
Und Vietnam ist auch:
- Die Goldmedaille für Internetverbindung! Super WLAN überall, wo wir waren!
- Motorräder, die dir entgegenkommen, obwohl du ganz ruhig auf deiner Spur fährst.
- Eine Autobahn für Schnecken (Tempolimit 50 km/h und man versteht nicht so richtig warum).
- Ganze Familien auf einem einzigen Motorrad.
- Menschen, die auf dem Markt einkaufen und dabei auf ihrem Motorrad sitzen bleiben (ja, in meinen Geschichten gibt es immer Motorräder!).
- Kinder, die leider viel zu viele Karies haben.
- Frauen, die tagsüber scheinbar Pyjamas tragen.
- Viele hübsche kegelförmige Hüte.
- Wie oft in Asien: einige streunende Hunde, aber sie waren ruhig.
- Lange Socken für Flipflops (wie Fäustlinge, nur für die Füße)
- Frauen, die eine Stoffmaske tragen, um sich vor der Sonne zu schützen.
- Bier für 20 Cent, manchmal sogar weniger!
- Vietnamesen, die unsere Kinder liebend gern mit ihrem Smartphone fotografieren.
- Kinder, die uns in jedem Dorf und an jeder Straßenecke „hello“ zurufen.
Auf jeden Fall mochten wir Vietnam in der Variante mit Kindern: Wir würden gern ein drittes Mal zurückkehren, um die Region Dalat, die Insel Phu Quoc zu erkunden und Hoi An wiederzusehen. Beim nächsten Mal würden wir am liebsten auch die Großeltern in unsere Koffer packen!
Und? Habt ihr Lust auf eine Reise nach Vietnam?
Bis bald!




