Unser 8-tägiger Roadtrip durch Montenegro

Wir sind gerade von einem einwöchigen Roadtrip durch Montenegro zurückgekehrt, der uns ans Meer und in die Berge geführt hat. Was stand bei dieser neuen Familienreise durch Montenegro auf dem Programm? Vor allem Nationalparks, Natur und Wanderungen, ergänzt durch einen Abstecher an die Küste. Montenegro ist ein großartiges Reiseziel für Naturliebhaber wie uns! Auf dieser Reise konnten wir außerdem die lokale Kultur kennenlernen.

In acht Tagen haben wir eine große Rundreise durch dieses kleine, überraschende und liebenswerte Balkanland gemacht. Im Folgenden zeige ich euch unsere genaue Route durch Montenegro und gebe euch Tipps für die Planung eures eigenen Roadtrips.

Blick auf den Skadarsee

Reisezeit: Ende Juli, in der dritten Woche des Monats. An der Küste hatten wir 25 °C – ein Glück, denn wir mögen keine große Hitze. Es kann dort allerdings deutlich wärmer werden: Im Juli und August liegt die durchschnittliche Temperatur bei etwa 30 °C. In den Bergen hatten wir ungefähr 19 °C und kühlere Morgenstunden.

Alter der Kinder: Titpuce, 14 Jahre, war mit uns unterwegs. Unser Ticoeur konnte wegen eines Sommerpraktikums nicht mitkommen. Zum ersten Mal waren wir also zu dritt im Urlaub!

Unsere Montenegro-Route im Überblick

Wir starteten in Podgorica, der Hauptstadt, und fuhren die Rundstrecke im Uhrzeigersinn – die Richtung spielt jedoch keine große Rolle. Auf unserer Route lernt ihr Montenegro am Meer und in den Bergen kennen, wobei der Schwerpunkt auf den Nationalparks liegt. Das waren unsere Etappen für acht Tage und sieben Nächte:

Podgorica -> Skadarsee (1 Nacht) -> Budva und Umgebung (1 Nacht) -> Bucht von Kotor (1 Nacht) -> Durmitor-Nationalpark (2 Nächte) -> Grebaje-Tal und Prokletije-Nationalpark (1 Nacht) -> Biogradska-Gora-Nationalpark (1 Nacht) -> Podgorica

Wie immer kennzeichnet ein kleines Herz unsere persönlichen Lieblingsorte!

Tipp: Wenn ihr wie wir mehrere Nationalparks besucht, solltet ihr den Jahrespass kaufen, der in ganz Montenegro gilt. Er ist mit 13,50 € pro Person sehr günstig und gilt ab 15 Jahren; Kinder von 0 bis 14 Jahren haben freien Eintritt. Ohne Jahrespass kostet der Eintritt in jeden Nationalpark 3 bis 5 € pro Tag. Auf unserer Route brauchten wir den Pass für den Skadarsee-Nationalpark, den Durmitor-Nationalpark, den Prokletije-Nationalpark und den Biogradska-Gora-Nationalpark. In allen Parks außer dem letzten wurde unser Pass kontrolliert.

Tag 1: Ankunft in Montenegro und Fahrt zum Skadarsee

Am späten Nachmittag landeten wir am Flughafen Podgorica. Wir hatten beschlossen, die Hauptstadt auszulassen und direkt in die Natur zum Skadarsee zu fahren.

Fahrzeit: 40 Minuten.

Mietwagen

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Wir holten unseren Mietwagen am Flughafen Podgorica ab. Für einen Citroën C3 zahlten wir 220 € für die Woche – mehr als in einigen anderen südeuropäischen Ländern. Verschiedene Angebote könnt ihr auf DiscoverCars* vergleichen. Die Straßen sind bis auf wenige Ausnahmen, auf die ich noch eingehe, in sehr gutem Zustand. Allerdings solltet ihr euch auf kurvenreichen Bergstraßen wohlfühlen.

Der schönste Blick auf den Skadarsee

Der Skadarsee liegt nahe Podgorica und eignet sich daher ideal als erste Etappe. Schon bald wird die Straße sehr schön und führt am großartigen Aussichtspunkt Pavlova Strana ❤ vorbei. Von dort blickt man auf den Fluss Crnojevića, dessen Schleifen ein Hufeisen bilden und der mit dem Skadarsee verbunden ist. Kaum in Montenegro angekommen, waren wir von der natürlichen Schönheit dieses Ortes völlig überwältigt. Auch das Licht am späten Nachmittag war perfekt!

Hufeisenförmige Flussschleife am Skadarsee

Anschließend fuhren wir noch einige Kilometer bis zu unserem ersten Übernachtungsort, dem Dorf Rijeka Crnojevića, das genauso heißt wie der Fluss.

Unsere Unterkunft am Skadarsee

Wir entschieden uns für das kleine Dorf Rijeka Crnojevića und können es sehr empfehlen. Die Lage war einer unserer Lieblingsorte! Die meisten Reisenden übernachten in Virpazar, wir suchten jedoch einen ruhigeren und charmanten Ort. Rijeka Crnojevića liegt inmitten üppiger Natur an einem Fluss mit einer kleinen Steinbrücke.

Dorf am Skadarsee

Unsere Unterkunft, die Riječki grad Apartments*, lag oberhalb des Dorfes, fünf Gehminuten von der Brücke entfernt. Vom Balkon hatten wir einen schönen Blick auf das Dorf und den Fluss. Das einfache, sehr saubere und komfortable Studio eignete sich für zwei bis vier Personen.

Rijeka Crnojevića

Unser Gastgeber empfahl uns das Restaurant Konoba Obod, und es war perfekt: direkt am Wasser, mit Blick auf die Brücke, günstigen Preisen und herzlichem Service. Wir probierten die örtliche Forelle und ließen den Tag unter einem Sternenhimmel ausklingen.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Tag 2: Skadarsee, Bootsfahrt und Weinberge, dann weiter nach Budva

Strecke: von Rijeka Crnojevića über Cetinje nach Budva, etwa eine Stunde Fahrt.

Bootsfahrt auf dem Skadarsee

Um 9 Uhr starteten wir zu der beliebtesten Aktivität am Skadarsee: einer Bootsfahrt . Im Dorf gibt es mehrere Anbieter. Wir fuhren mit einem Freund unseres Gastgebers, dessen Preise den im Dorf ausgeschilderten Tarifen entsprachen.

Die Preise der Anbieter sind ähnlich, lassen sich aber ein wenig verhandeln. Bezahlt wird pro Boot und nach der Dauer der gewählten Tour. Es gibt viele verschiedene Routen und Zeitspannen; die meisten Fahrten dauern ein bis drei Stunden. Wir entschieden uns für eine 90-minütige private Tour für 75 € und baten den Bootsführer, uns zu besonders naturbelassenen Stellen zu bringen. Andere Touren konzentrieren sich eher auf Dörfer und Klöster:

  • Wenn ihr in Rijeka Crnojevića übernachtet, fragt euren Gastgeber oder erkundigt euch an den Kiosken am Fluss.
  • Wenn ihr in Virpazar übernachtet, könnt ihr eine Bootstour mit Kingfisher* buchen. Kingfisher ist einer der größeren Anbieter und wird auch im Lonely Planet empfohlen. Alternativ fragt ihr euren Gastgeber.

Bootsausflug auf dem Skadarsee

Während der Bootsfahrt sahen wir die berühmten Seerosenteppiche und viele Vögel: Kormorane, Kraniche, Reiher und sogar Eisvögel. Die Landschaft ist wunderschön und unglaublich beruhigend. Titpuce war begeistert und machte mehr als 200 Fotos! Wir fuhren durch schmale Bereiche des Sees und kleine Flussarme, was der Tour einen abenteuerlichen Charakter verlieh.

Gegen Ende legten wir eine Badepause ein. Das Wasser war mit 23 °C sehr angenehm.

Skadarsee

Besuch eines Weinguts am Skadarsee

Zurück im Auto erkundeten wir das Ufer des Skadarsees, hielten hier und da an und besuchten eines der vielen Weingüter der für ihren Wein bekannten Region. Bei Mrkan nahmen wir zur Mittagszeit an einer Verkostung teil, zu der eine Platte mit montenegrinischem Schinken und Käse gehörte. Sie kostete 20 € pro Erwachsenen und war für Kinder kostenlos. Die Verkostung war äußerst großzügig – eigentlich zu großzügig, wenn man anschließend noch fahren muss! Zur Auswahl standen sechs Weine sowie verschiedene Liköre und Obstbrände. Schade, dass keine kleinere Variante angeboten wurde.

Cetinje, die ehemalige Hauptstadt Montenegros

Auf dem Weg vom Skadarsee zur Küste kommt man durch Cetinje, die ehemalige Hauptstadt Montenegros. Die Stadt ist eher klein und ruhig. Wir gingen ein wenig durch das Zentrum und besuchten das Kloster. Am Eingang liegen große Tücher bereit, mit denen man bei Bedarf Schultern und Beine bedecken kann. Danach tranken wir auf einer Terrasse an der Hauptstraße einen Kaffee und setzten unsere Fahrt fort.

Kloster von Cetinje

Budva und Umgebung

Wir nahmen Budva in unsere Route auf, um wenigstens einmal im Meer zu baden. Aus Vorsicht hatte ich nur den späten Nachmittag an der Küste eingeplant – zum Glück! Es war unglaublich voll, auf den Straßen herrschte dichter Verkehr und die Strände, die wir sahen, waren völlig überfüllt. Unter diesen Bedingungen hatten wir schließlich gar keine Lust mehr aufs Baden. Unser Bad im Skadarsee am selben Morgen war so viel schöner gewesen!

Trotzdem verbrachten wir einen angenehmen Abend an der Riviera:

  • Da alle am Strand waren, blieb die Altstadt von Budva überraschend ruhig. Sie ist sehr klein, aber mit ihren gepflasterten Gassen und Stadtmauern hübsch anzusehen.

Altstadt von Budva

  • Wir liefen auf dem Küstenweg zwischen Fort Mogren, wo es einen kostenlosen Parkplatz gibt, und der Altstadt von Budva. Für eine Strecke braucht man etwa 25 Minuten. So erreicht man die Festung am besten, ohne im Verkehr zu stecken oder einen Parkplatz suchen zu müssen. Der einfache, angenehme Weg führt an kleinen, allerdings sehr vollen Stränden und anschließend an der Statue der Tänzerin vorbei.

Statue der Tänzerin in Budva

  • Danach fuhren wir zur Insel Sveti Stefan. Sie gehört zu einem Hotel und kann nicht besichtigt werden, deshalb betrachteten wir sie von der Straße aus.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

  • Zum Abschluss aßen wir im Fischrestaurant Konoba More direkt am Meer am Strand von Pržno. Sehr lecker! Einen Parkplatz zu finden ist allerdings äußerst schwierig – wir hatten Glück.

Meerblick in Montenegro

Unsere Unterkunft in Budva

Wir übernachteten oberhalb von Budva, weit genug von der Küste entfernt, um Ruhe zu haben – und deutlich günstiger. Von unserer riesigen Terrasse genossen wir einen großartigen Ausblick. Das schlichte, aber komfortable Apartment war ganz aus Stein gebaut und wird auf Airbnb von Olga Lapčići angeboten. Falls es belegt ist, findet ihr bei Booking weitere Unterkünfte in Budva*. Achtet unbedingt darauf, dass ein Parkplatz dazugehört.

Unterkunft in Budva

Tag 3: Kotor

Strecke von Budva nach Kotor über die schöne Serpentinenstraße: etwa eine Stunde, ohne Fotostopps.

Die Serpentinenstraße

Man muss sehr enge Kurven mögen, doch dafür wird man mit beeindruckenden Ausblicken auf die Bucht von Kotor belohnt. Zum Glück liebt „Papa Voyage“ kurvenreiche Straßen! An den vorgesehenen Haltebuchten machten wir zahlreiche Stopps, um das jeweilige Panorama zu bewundern. Nehmt euch Zeit, fahrt vorsichtig und genießt die Aussicht.

Wenn ihr Kurven nicht mögt, keine Sorge: Auch die Wanderung, die ich gleich vorstelle, bietet herrliche Ausblicke. Und wer nicht wandern möchte, kann mit der Seilbahn zum Berg Lovćen fahren.

Blick auf die Bucht von Kotor

Wanderung auf der Leiter von Kotor

Start nördlich der Altstadt, links von der Festung. Dauer: etwa drei Stunden hin und zurück. Sportlich, aber technisch einfach.

Ihr kennt uns: Wir lieben das Wandern! Deshalb hatte ich die Wanderung auf der Leiter von Kotor ❤ ausgesucht, eine ausgezeichnete kostenlose Alternative zum kostenpflichtigen Aufstieg auf der Stadtmauer. Bei unserem ersten Aufenthalt in Montenegro waren wir über die Festung und ihre 1.400 Stufen hinaufgestiegen. Inzwischen finde ich den Eintritt mit 15 € recht teuer. Daher gingen wir diesmal außerhalb der Mauer auf diesem Serpentinenweg:

Wanderung bei Kotor

Die Vorteile der Wanderung auf der Leiter von Kotor:

  • Sie ist kostenlos.
  • Auch hier genießt ihr großartige Ausblicke auf die Bucht von Kotor.
  • Ihr könnt höher steigen als im kostenpflichtigen Bereich – müsst es aber nicht.
  • Unterwegs gibt es einen netten Getränkestand mit Aussicht.
  • Es sind nur wenige Menschen unterwegs.

Übrigens: Früher konnte man durch ein Fenster in der Mauer vom kostenlosen in den kostenpflichtigen Bereich wechseln. Diese Öffnung wurde inzwischen verschlossen. Wenn ihr auch den kostenpflichtigen Teil besuchen möchtet, müsst ihr vollständig absteigen und anschließend über die Treppe wieder hinaufgehen.

Spaziergang durch die Altstadt von Kotor

Am Abend gingen wir nach dem Essen auf die Stadtmauer, umrundeten die Altstadt und schlenderten anschließend durch die belebten Gassen. Es ist zwar voll, aber trotzdem angenehm.

Altstadt von Kotor

Unsere Unterkunft in Kotor

In Kotor wohnten wir in einem ruhigen Wohnviertel außerhalb der Altstadt im einfachen Apartment Monte Bay Apartments*. Vom kleinen Balkon hatten wir einen schönen Fernblick. Für welche Unterkunft ihr euch auch entscheidet: Wählt unbedingt eine mit Parkplatz, denn sonst ist das Parken sehr schwierig.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Zum Abendessen fuhren wir einige Minuten nach Dobrota, einem Vorort von Kotor mit mehreren Fischrestaurants direkt am Wasser. Wir aßen im Bonazza: eine wunderschöne Lage und sehr gute Calamari.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Tag 4: Auf dem Weg zum Durmitor

Strecke von Kotor zum Durmitor: etwa drei Stunden; für den Abstecher zum Kloster Ostrog kommt eine weitere Stunde hinzu.

Die Bucht von Kotor

Bevor wir in Richtung Berge fuhren, folgten wir mit dem Auto der Bucht von Kotor und kamen durch Perast, das wir bereits von einer früheren Reise kannten. Wir machten nur ein Foto vom Straßenrand, denn der Parkplatz kostet 15 € pro Tag und lohnt sich daher nicht für einen kurzen Stop. Im nächsten Dorf, dem sehr ruhigen Risan, hielten wir dagegen für einen Kaffee am Wasser. Hier bot sich die letzte Bademöglichkeit vor den Bergen.

Perast
Perast

Auf der Weiterfahrt nach Norden kamen wir an den hübschen Seen Slano Jezero und Krupačko Jezero vorbei. An einem tranken wir einen Kaffee mit Aussicht, am anderen machten wir eine Snackpause.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Das Kloster Ostrog

Etwa auf halber Strecke zum Durmitor machten wir einen einstündigen Umweg zu diesem schönen, in den Berg gebauten Kloster. Auch die gut ausgebaute Zufahrtsstraße ist sehr kurvenreich. Uns war vorher nicht bewusst gewesen, dass das Kloster Ostrog ein bedeutender Wallfahrtsort ist – gewissermaßen das Lourdes Montenegros. Da wir an einem Wochenendtag dort waren, kamen sehr viele Pilger. Manche liefen vom großen Parkplatz barfuß zum Kloster hinauf, andere übernachteten vor Ort. Inmitten der Pilger, die teilweise auf ein Wunder hofften, fühlten wir uns schließlich nicht richtig wohl. Aus Respekt gingen wir wieder, ohne das Kloster zu betreten. Besucht es möglichst unter der Woche und idealerweise außerhalb der Saison, damit ihr nicht mitten in eine große Wallfahrt geratet.

Kloster Ostrog

Der Schwarze See

Rundweg um den See: 40 Minuten. Kostenloses Parken in Žabljak mit anschließend 30 Minuten Fußweg oder kostenpflichtiger Parkplatz näher am See.

Im Durmitor-Nationalpark begannen wir mit dem beliebtesten Spaziergang: der Runde um den Schwarzen See ❤. Mit seinem smaragdgrünen und türkisfarbenen Wasser und den umliegenden Tannen ist er wirklich schön und äußerst fotogen.

Schwarzer See in Montenegro

Unsere Unterkunft im Durmitor-Nationalpark

Wir übernachteten in einer A-förmigen Hütte bei Vila Durmitorska Bajka*. Fast alle Unterkünfte in der Gegend sehen ähnlich aus. Unsere gefiel uns besonders gut, weil sie hübsch, neu und komfortabel war.

Unterkunft im Durmitor

Fünf Minuten von unserer Unterkunft entfernt aßen wir im Izvor, einem Berghüttenrestaurant mit traditioneller Küche, zu Abend.

Tag 5: Wanderungen im Durmitor-Nationalpark

Besteigung des Bobotov Kuk

4:45 Stunden hin und zurück; angegeben sind 6 bis 8 Stunden. 1.000 Höhenmeter. Parkplatz am Ausgangspunkt. Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll.

Die Besteigung des Bobotov Kuk, des mit 2.524 Metern höchsten Gipfels im Durmitor, hat uns sehr gefallen. Die Landschaft ist wunderschön und der 360-Grad-Blick vom Gipfel großartig. Achtung: Die Wanderung gilt als schwierig, weil man an einigen Stellen etwas klettern und unbedingt auf dem Weg bleiben muss. Zur Sicherung wurden Stahlseile angebracht. Dennoch sahen wir mehrere Menschen wegen der technischen Passagen oder aus Höhenangst umkehren. Besonders der allerletzte Abschnitt wirkt einschüchternd. Aber keine Sorge: Auch ohne den Gipfel erreicht ihr herrliche Aussichtspunkte. Titpuce fühlte sich völlig wohl. Wir sind solche Wanderungen gewohnt.

Bobotov Kuk

Die Tara-Schlucht

Eine Stunde hin und zurück bis zum Aussichtspunkt Ćurevac; einfach.

Nach einem kleinen Imbiss am Kiosk Mountain Bite in Žabljak, der gute Sandwiches anbietet, unternahmen wir eine kurze Wanderung zum Aussichtspunkt über die Tara-Schlucht ❤. Der Blick auf den tief unten fließenden Tara und die grünen Berge ist beeindruckend!

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Tag 6: Panoramastraße zum Prokletije-Nationalpark

Fahrzeit: 3:30 Stunden.

Ein Tag auf der Straße mit nur wenigen Programmpunkten – der Weg ist das Ziel.

Blick auf den Tara und die Đurđevića-Tara-Brücke

Unser erster Halt nach der Abfahrt aus dem Durmitor war an der Đurđevića-Tara-Brücke, von der wir erneut auf den Tara blickten. Die Aussicht ist schön, aber weniger beeindruckend als am Aussichtspunkt Ćurevac. Die Brücke wurde gerade teilweise renoviert, doch man konnte sie zu Fuß noch gut zur Hälfte betreten und die Aussicht genießen.

Die beliebteste Aktivität hier ist eine Fahrt mit der Seilrutsche über die Schlucht. Titpuce und ich hatten allerdings zu viel Angst und sahen den anderen nur zu. Kindern und Jugendlichen macht sie normalerweise großen Spaß.

Roadtrip durch Montenegro

Ankunft an der albanischen Grenze

Wir folgten der Panoramastraße bis zur kleinen Stadt Plav mit ihrem See. Neue Region, neue Religion: Unterwegs sahen wir zahlreiche Moscheen aus Holz und Stein, vermutlich im örtlichen Bergstil. Nach Plav und seinem See waren es nur noch wenige Kilometer bis zu unserem Etappenziel.

Montenegro Roadtrip 8 Tage
Moschee bei Gusinje

Nach unserer Ankunft aßen wir auf der Terrasse des Mountain View Resort zu Mittag. Es bietet lokale Spezialitäten und einen freundlichen, zügigen Service. Anschließend erkundeten wir die Umgebung:

  • Die Ali-Pascha-Quellen in Gusinje, ein wunderschöner Ort mit zahlreichen natürlichen Quellen.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

  • Den kleinen Grlja-Wasserfall in Vusanje.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Unsere Unterkunft am Prokletije-Nationalpark

In Vusanje übernachteten wir erneut in einer A-förmigen Hütte, diesmal modern und mit schönem Design: A&R Cottages*. Uns gefiel es sehr gut. Auf den letzten Metern führt eine unbefestigte Straße zur Unterkunft, doch langsames Fahren genügt.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Tag 7: Wanderung im Grebaje-Tal und Übernachtung in einem Katun

Drei-Gipfel-Wanderung im Grebaje-Tal

9 Kilometer lange Rundwanderung, 1.000 Höhenmeter, mittelschwer – sportlich, aber ohne besondere technische Schwierigkeiten. Wir brauchten vier Stunden; angegeben sind sechs Stunden.

Das Grebaje-Tal wird noch wenig besucht und zieht vor allem Wanderer an.

Die Drei-Gipfel-Wanderung ❤ gilt als eine der schönsten Wanderungen auf dem Balkan. Sie war der Grund, weshalb ich unbedingt noch einmal nach Montenegro reisen wollte! Die Tour führt durch das Grebaje-Tal im Prokletije-Nationalpark und über drei Gipfel – Volušnica, Talijanka und Popadija –, die einen herrlichen bogenförmigen Bergkamm bilden. Wir befinden uns hier direkt an der Grenze zu Albanien.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Eine großartige Wanderung! Leider hatten wir nicht das ideale Wetter, da Wolken an den Gipfeln hängen blieben. Der Weg beginnt mit einem Aufstieg durch den Wald. Danach überquert man eine grüne Weide und gelangt auf den Kamm, dem man mit zahlreichen Ausblicken auf das Karanfili-Massiv folgt. Wir gingen gegen den Uhrzeigersinn, damit der Aufstieg steiler und der Abstieg sanfter ausfiel – das ist angenehmer für unsere Knie.

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Wir setzen unsere Fahrt zur nächsten und letzten Etappe fort: zum Biogradska-Gora-Nationalpark.
Fahrzeit: 1:30 Stunden.

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Übernachtung auf einem Bauernhof im Biogradska-Gora-Nationalpark

Als wir gegen 16 Uhr im Nationalpark ankamen, blieb keine Zeit mehr für eine größere Erkundung. Wir machten lediglich einen einstündigen Spaziergang rund um unsere Unterkunft. Diese Etappe hatte ich eingeplant, weil ich bei Bauern in einem Katun, einem traditionellen Almweiler, übernachten wollte. So beendeten wir unseren Roadtrip mit einem authentischen Erlebnis abseits der bekannten Wege. Etwa eine halbe Stunde fuhren wir über eine steinige Piste, bis wir den kleinen Hof von Danka erreichten. Sie hält einige Kühe und stellt Milchprodukte her. Das Abendessen wird an einem großen Tisch gemeinsam mit den wenigen anderen Gästen serviert.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Wir genossen es, wenn auch nur für einen Abend, von der Außenwelt abgeschnitten zu sein: kein WLAN, kein Mobilfunknetz, dafür ein Sternenhimmel und nette Begegnungen beim Abendessen. Unser kleines Steinhaus findet ihr auf Airbnb bei Danka.

Montenegro Roadtrip 8 Tage

Tag 8: Vom Biogradska-Gora-Nationalpark nach Podgorica

Fahrzeit: 1:40 Stunden.

Die kleinen Niagarafälle Montenegros

Nach einem ruhigen Morgen mit Blick auf die Landschaft rund um den Bauernhof fuhren wir in Richtung Podgorica. Hinter der Hauptstadt legten wir einen letzten Halt an den „Niagarafällen“ Montenegros ein. Der Name ist natürlich übertrieben – erwartet einfach einen hübschen Wasserfall. Im Sommer ist er häufig ausgetrocknet, doch dank des Gewitters in der vorherigen Nacht führte er bei unserem Besuch sehr viel Wasser. Kein absolutes Muss, aber eine nette Möglichkeit etwa 15 Minuten vom Flughafen entfernt.

Niagarafälle in Montenegro

Ganz in der Nähe aßen wir unter den Bäumen im von Einheimischen besuchten Café Votra zu Mittag. Dort gibt es sehr gute, frisch zubereitete und äußerst günstige Bureks mit Fleisch oder mit Spinat und Käse.

Tipps für die Planung eures Montenegro-Roadtrips

Die Route optimieren

Ausgehend von unserer Route sind mehrere Varianten denkbar:

  • Wenn ich die Reise noch einmal planen würde, würde ich Budva streichen und dafür eine zusätzliche Nacht am Skadarsee einlegen. Ende Juli waren Budva, Pržno und Sveti Stefan völlig überlaufen. Trotz des schönen Meeres gefielen uns die vollen kleinen Strände mit ihren dicht stehenden privaten Liegen und Sonnenschirmen nicht.
  • Wenn ihr die Riviera erkunden möchtet, reist möglichst früher in der Saison – vielleicht in der ersten Julihälfte – oder außerhalb des Sommers im Frühling oder Herbst. In der Hochsaison würde ich höchstens eine Nacht einplanen. Alternativ könnt ihr andere Küstenabschnitte erkunden, etwa die weniger touristische Halbinsel Luštica oder Ulcinj mit seinem größeren Strand.
  • Der Skadarsee war einer unserer Lieblingsorte. Um ihn richtig zu genießen, solltet ihr zwei statt nur einer Nacht einplanen.
  • Mit einem zusätzlichen Tag würde ich eine weitere Nacht im Prokletije-Nationalpark verbringen. Diese herrliche Region liegt abseits der bekannten Wege, und wir hätten gern noch eine weitere Wanderung gemacht.
  • Ihr möchtet vollständig abschalten? Dann könntet ihr eine weitere Nacht auf dem Bauernhof bleiben.
  • Ihr möchtet nicht wandern? Kein Problem! Ihr könnt denselben Roadtrip unternehmen und ihn ebenso genießen. Viele Aussichtspunkte sind mit dem Auto erreichbar, und überall sind kurze Spaziergänge möglich. Außerdem könnt ihr Bootsfahrten in der Bucht von Kotor und auf dem Skadarsee unternehmen sowie Klöster, Städte und Weingüter besuchen.
  • Kroatien und Montenegro auf einer Reise verbinden? Das hatten wir bei unserem ersten Aufenthalt vor 14 Jahren gemacht: Zuerst besuchten wir Dubrovnik und Umgebung, danach die Bucht von Kotor. Damals waren wir im Oktober unterwegs und die Region war noch wenig touristisch. Heute empfehle ich diese Kombination aus zwei Gründen nicht mehr: Im Sommer soll der Grenzübertritt viele Stunden dauern können, und ein grenzüberschreitender Mietwagen ist häufig teurer.

Eure Checkliste

  • Kauft den Jahrespass für alle Nationalparks, damit ihr nicht jeden Tag einzeln bezahlen müsst.
  • Prüft euren Mobilfunktarif: Montenegro ist in vielen Tarifen nicht enthalten. In diesem Fall empfiehlt sich eine eSIM.
  • Nehmt Bargeld in Euro mit: Fast alle Unterkünfte mussten wir vor Ort bar bezahlen, und etwa die Hälfte der Restaurants akzeptierte keine Karten. Ihr könnt zwar Geld abheben, doch die Gebühren am Automaten sind mit 6 oder 7 € hoch.
  • Ladet kostenlos eine Karte von Montenegro auf euer Smartphone, damit ihr euch auch ohne Netz orientieren könnt. Wir nutzen Organic Maps.

Ein Montenegro-Roadtrip mit der Familie?

Die Vorteile für Familien

Montenegro ist bei Familien beliebt, weil es ein ruhiges Land ist, in dem man sich sicher fühlt. Es bietet eine gute Mischung verschiedener Aktivitäten mit einem deutlichen Schwerpunkt auf der Natur. Das gefiel unserer 14-jährigen Titpuce am besten:

  • Der Skadarsee und seine Seerosen: ihr persönlicher Favorit! Sie liebte die Bootsfahrt und die Landschaft. Die Boote haben ein Dach und bieten Schatten – ideal mit Kindern.
  • Die Wanderungen allgemein: Unsere Kinder wandern seit ihrer frühen Kindheit und sind daran gewöhnt. Es gibt Wege für jedes Niveau. Kinder mit wenig Wandererfahrung können kurze, einfache Spaziergänge unternehmen, etwa am Schwarzen See oder im Biogradska-Gora-Nationalpark. Dort gefällt ihnen bestimmt auch eine Übernachtung auf einem Bauernhof oder einer Alm.
  • Das Essen: Titpuce mochte die Gerichte mit gegrilltem Fleisch und die frischen Granatapfelsäfte.

Weitere bei Kindern beliebte Aktivitäten sind die Seilrutsche über den Tara und eine Bootsfahrt durch die Bucht von Kotor.

Die Nachteile für Familien

Der einzige Nachteil aus meiner Sicht: Mehrere Straßen sind sehr kurvenreich. Wenn eure Kinder im Auto reisekrank werden, kann das schwierig sein.

Skadarsee

***

Und ihr? Habt ihr Lust auf einen Roadtrip durch Montenegro? Könnt ihr weitere Regionen des Landes empfehlen?

Karte von Montenegro

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