Während unseres Familien-Roadtrips durch Montenegro haben wir 3 Tage mit der Familie im Durmitor-Nationalpark verbracht. Dabei haben wir einige sehr schöne Wanderungen unternommen: leichte Spaziergänge oder richtige, eher sportliche alpine Wanderungen. Es gibt Routen für jedes Niveau! Egal, wie alt eure Kinder sind: Im Durmitor im Nordwesten Montenegros könnt ihr die Natur zwischen Bergen, Wäldern, Canyon und Gletscherseen wunderbar geniessen.
Reisezeit: dritte Juliwoche. Wir hatten schönes Wetter. Was den Besucherandrang betrifft, war es lebendig, aber sehr angenehm und nicht zu voll.
Alter der Kinder: Bei diesem Aufenthalt waren wir mit unserer Titpuce, 14 Jahre alt, unterwegs. Ticoeur war nicht dabei, weil er ein Praktikum in Deutschland machte.
Ich gebe euch unten alle Details zu unseren Familienwanderungen in der wunderschönen Naturkulisse des Durmitor-Nationalparks.

Unser Programm im Durmitor-Nationalpark
Wir waren 3 Tage und 2 Nächte im Durmitor-Nationalpark:
- Tag 1: Ankunft am Nachmittag. Runde um den Schwarzen See.
- Tag 2: Aufstieg zum Bobotov Kuk, danach kleine Wanderung bis zum Tara-Canyon in Richtung Aussichtspunkt Curevac.
- Tag 3: Fahrt zur Durdevica-Brücke für weitere Ausblicke auf den Tara-Fluss, danach Weiterfahrt zu unserer nächsten Etappe: ins Grebaje-Tal.
Wo übernachten, um den Durmitor-Nationalpark zu besuchen?
Die kleine Hauptortschaft im Durmitor-Nationalpark ist Žabljak. Sie ist der ideale Ausgangspunkt für alle Tageswanderungen. In dieser Stadt und in der Umgebung findet ihr deshalb die meisten Unterkünfte. Ihr werdet sehen, dass es viele Möglichkeiten gibt, in A-förmigen Holzhütten zu übernachten. Auf den ersten Blick sehen diese Hütten alle ähnlich aus, aber manche sind neuer und deshalb in besserem Zustand als andere.
Was unsere Wahl betrifft, wollten wir etwas ausserhalb der Stadt schlafen. Wir waren ungefähr 3 km von Žabljak entfernt. Unsere Hütte war sehr bequem, was die Betten angeht, hübsch eingerichtet und modern:
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Vila Durmitorska bajka*. Wir können sie euch sehr empfehlen. Die Lage war ausgezeichnet, um die verschiedenen Wanderstarts zu erreichen. Wir waren nicht isoliert, denn am selben Ort gab es weitere Hütten wie unsere. Unser Gastgeber war freundlich und wohnte direkt nebenan. Die Zufahrt mit dem Auto ist sehr einfach, und man kann direkt vor den Hütten parken.


Unsere 3 Familienwanderungen im Durmitor-Nationalpark
Denkt vor allem daran, online euren Jahrespass für die Nationalparks Montenegros zu kaufen. Er kostet 2026 13,50 € pro Person (kostenlos für Kinder unter 15 Jahren). Das ist günstiger, als jeden Tag 5 € Eintritt im Durmitor-Nationalpark zu bezahlen.
1/ Der Schwarze See: die Lieblingswanderung der Familien!
Rundweg um den See: ca. 40 Min. für 3,6 km. Niveau: leicht.
- Die Runde um den Schwarzen See (Crno Jezero) ist eine sehr leichte Wanderung, eher ein Waldspaziergang, ideal mit Kindern, auch mit jüngeren, denn es gibt fast keinen Höhenunterschied und die Landschaft ist schon gleich am Anfang der Runde wunderschön. Man verliebt sich sofort in die smaragdgrünen und türkisfarbenen Töne des Wassers. Um zum See zu gelangen, läuft man 30 Minuten vom Zentrum von Žabljak (so haben wir es gemacht) oder 10 bis 15 Minuten vom grossen kostenpflichtigen Parkplatz. Die Runde selbst dauert etwa 40 Minuten. Es gibt auch Familien, die nicht um den See herumgehen, sondern sich einfach vor diese schöne Kulisse setzen. Andere baden dort. Der Weg ist auf einer guten Hälfte der Runde flach, und es gibt ein paar kurze Abschnitte mit leichter Steigung, ohne Schwierigkeiten. Hier ein paar Eindrücke:





- Um die Wanderung am Schwarzen See zu verlängern: Wenn ihr Zeit habt und eine sportlichere Tour machen möchtet, könnt ihr bis zum Zminje-See hinaufgehen, der 45 Minuten vom Schwarzen See entfernt liegt. Der Weg führt an einem Bach entlang. Insgesamt verlängert das die Wanderung am Schwarzen See mit Hin- und Rückweg um 1,5 Stunden.
2/ Der Aufstieg zum Bobotov Kuk: für sehr sportliche Familien!
Wir haben 4 Std. 45 Min. für Hin- und Rückweg gebraucht (die Führer geben 6 bis 8 Std. an) – 1000 m Höhenunterschied. Niveau: schwierig.
Vorstellung des Bobotov Kuk
Der Bobotov Kuk wird oft als höchster Gipfel Montenegros beschrieben. Tatsächlich gibt es, um ein paar Meter, wohl etwas höhere Berge an der Grenze zu Albanien. Der Bobotov Kuk erreicht 2524 m. Achtung: Es ist eine sehr sportliche Wanderung mit einigen heiklen Passagen (siehe Fotos und Beschreibungen unten).
Wenn ihr an grosse Bergwanderungen gewöhnt seid, ist es absolut machbar. Wir hatten schon Wanderungen auf diesem Niveau gemacht, auch als Familie. Trotzdem sollte man diesen Aufstieg nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein bestimmtes Alter für Kinder zu empfehlen, ist schwierig, denn es hängt sehr von ihrer Bergerfahrung ab. Ich würde sagen, dass es eher für Teenager oder ältere Kinder geeignet ist. Sie müssen in den schwierigen Passagen wirklich vorsichtig und aufmerksam sein können. Zur Info: Unsere Titpuce war mit ihren 14 Jahren an diesem Tag wahrscheinlich die Jüngste auf dieser Wanderung. Sie hatte keinerlei Schwierigkeiten. Im Gegenteil, sie lief noch wendiger als wir. Wir haben auch Erwachsene getroffen, die vor dem letzten Abschnitt umgedreht sind, der tatsächlich der schwierigste ist.
Wir drei haben diese Wanderung zum Bobotov Kuk sehr geliebt! Ein starkes Erlebnis unserer Reise nach Montenegro!

In jedem Fall solltet ihr wissen: Auch wenn ihr nicht bis zum Gipfel geht, könnt ihr trotzdem wunderschöne Landschaften geniessen. Ihr könnt den Aufstieg zum Bobotov Kuk also beginnen und umkehren, wenn ihr euch nicht wohlfühlt.
Ablauf der Wanderung zum Bobotov Kuk:
Der Weg ist durchgehend sehr gut mit roten und weissen Markierungen ausgeschildert.
- Wir kamen um 8 Uhr am Parkplatz am Start der Wanderung an. Es gab noch Plätze. Es ist empfehlenswert, früh anzukommen, denn der Gipfel Montenegros gehört zu den beliebtesten Wanderungen im Durmitor. Bei unserer Ankunft waren es 14 Grad, und die Temperaturen stiegen bis mittags auf 20 Grad.
- Schon am Anfang gefällt uns die Landschaft! Am Rand sieht man sogar ein paar Schneefelder.

- Nach 20 Minuten kommt die erste Passage mit Stahlseilen, die bei einem etwas steilen Anstieg helfen. Das Seil gibt Sicherheit. Ein weiterer Abschnitt mit Seilen hilft, auf einem schmalen Weg nicht auszurutschen. Anhand dieser Fotos könnt ihr einschätzen, ob das für euch passt:


- Wir kommen an einer Quelle (Izvor) vorbei. Das Wasser ist köstlich. Man muss 50 m zur Seite gehen, um zur Quelle zu gelangen.

- Etwas weiter geniessen wir diese schönen Formationen:

- Nach anderthalb Stunden ist die Route mit Seilen versehen, um einen steilen, stufenartigen Hang hinaufzuklettern. Das sichert diese Passage gut ab:

- Der Hang wird steiler, aber ohne besondere Schwierigkeit.
- Dann, kurz vor dem Gipfel, gibt es eine Passage mit grossen Steinen, bei der man die Hände zur Hilfe nehmen muss:

- Oben werden wir mit einem grossartigen 360°-Panorama belohnt. Dort gibt es eine Metallbox mit einem Heft und einem Stift, um den eigenen Besuch einzutragen.


- Wie so oft fand ich den Abstieg schwieriger für die Knie. Und für Menschen, denen bei Höhe schnell schwindlig wird, ist der Anfang des Abstiegs, dort wo die Seile sind, beeindruckend:

- Unsere Titpuce war im weiteren Abstieg besonders flink unterwegs!

3/ Der Tara-Canyon: ein schwindelerregendes Panorama von Curevac
1 Std. Hin- und Rückweg bis zum Aussichtspunkt Curevac – leicht.
Nachdem wir eine schöne Waldstrasse gefahren sind, parken wir etwas vor dem offiziellen Parkplatz. So ist unser Parkplatz kostenlos und wir verlängern den Spaziergang ein wenig. Danach laufen wir 30 Minuten bis zum Aussichtspunkt Curevac, von dem aus man die spektakuläre Tiefe des Tara-Canyons bewundern kann! Die Tara ist der längste Fluss Montenegros, und ihr Canyon ist an dieser Stelle 1000 m tief. Wir bleiben eine Weile, um das Panorama zu geniessen, bevor wir auf demselben Weg zurückgehen.


Weitere Ideen für Familienwanderungen im Durmitor-Nationalpark
- Der Aufstieg zum Savin Kuk: Diese Wanderung wurde uns vom Tourismusbüro für Familien mit jüngeren Kindern empfohlen, weil man die Anstrengung anpassen kann, je nachdem ob man einen Sessellift nimmt oder nicht. Das testen wir beim nächsten Mal.
- Der Aufstieg zum Prutas: Das ist eine alpine Wanderung, genauso lang und bergig wie der Bobotov Kuk, aber ohne die technischen Passagen. Das wäre unser Plan B gewesen, falls uns der Bobotov Kuk zu schwierig erschienen wäre.
Die Durdevica-Brücke: für weitere Aktivitäten am Tara-Fluss
An der Durdevica-Brücke hat man noch einmal einen Blick auf den Tara-Fluss, aber an einer ganz anderen Stelle als am Aussichtspunkt Curevac, von dem ich euch weiter oben erzählt habe. Sie liegt weiter östlich. Bezogen auf unsere Route waren wir am letzten Tag auf dem Weg zu unserer nächsten Etappe im Grebaje-Tal an der Durdevica-Brücke.
Die Brücke wird derzeit renoviert, aber man kann sie zu Fuss überqueren und die Aussicht geniessen.


Zwei Aktivitäten sind dort bei Familien beliebt:
- Die Überquerung des Canyons mit der Zipline: Seht ihr sie auf dem Foto? Ihr müsst nicht reservieren. Vor Ort findet ihr mehrere Anbieter.

- Die Rafting-Touren* auf der Tara: Informiert euch vorher gut über den Wasserstand, denn im Frühling ist diese Aktivität wahrscheinlich eindrucksvoller.
Unsere Titpuce zieht Wanderungen und Spaziergänge solchen Abenteuererlebnissen vor, deshalb haben wir es nicht getestet. Aber zögert nicht, wenn eure Kinder Aktivitäten mit Nervenkitzel mögen!
Wo essen im Durmitor-Nationalpark?
Vor oder nach der Wanderung muss man natürlich etwas essen!
- Restaurant Izvor: ein sehr gutes Gasthaus in der Nähe unserer Unterkunft (5 Min. mit dem Auto). Wir haben dort jeden Abend gegessen. Ihr findet dort Klassiker wie lokale Forelle oder Grillfleisch. Wir haben dort auch unser letztes Frühstück gegessen, um die Krapfen zu testen: sehr gut, aber riesig und sättigend! Hinweis: Auch direkt in Žabljak gibt es viele Restaurants.

- Mountain Bite : eine Hütte in Žabljak, die sehr gute Sandwiches anbietet.
- Supermarkt: Mehrere Supermärkte in Žabljak, um Snacks für die Wanderungen, Frühstück und Wasser zu kaufen.
Praktische Informationen zum Wandern im Durmitor-Nationalpark
Welche Saison?
- Der Sommer ist die ideale Jahreszeit zum Wandern. Ich war angenehm überrascht, wie grün die Landschaften waren! Wir waren in der dritten Juliwoche dort.
- Prüft unbedingt Wetter und Temperaturen, bevor ihr losgeht. Im Allgemeinen hatten wir morgens etwa 14° und mittags maximal 20°.
Anreise mit dem Auto
- Entfernungen: Der Durmitor-Nationalpark ist 3 Stunden mit dem Auto von Kotor und 2 Std. 30 Min. von Podgorica entfernt. Die Strassen dorthin sind in sehr gutem Zustand. Siehe meinen Artikel: Autofahren in Montenegro.
- Unser Mietwagen: Wir hatten ein Auto am Flughafen Podgorica gemietet*. Wir hatten einen Citroën C3 für 30 € pro Tag.
Welche Ausrüstung zum Wandern?
- Kleidung: Morgens war es etwas kühler, deshalb starteten wir mit Windjacken und einem leichten Fleece; zwischen Sonne und Bewegung zogen wir sie aber schnell aus und liefen schliesslich im T-Shirt. Denkt auch an eine Kappe.
- Schuhe: Turnschuhe reichen für den Schwarzen See und den Aussichtspunkt auf den Tara-Fluss. Für den Aufstieg zum Bobotov Kuk und jede andere alpine Wanderung braucht ihr dagegen Wanderschuhe.
- Das Wichtigste: Nehmt wie immer ausreichend Wasser und Sonnencreme mit.
Orientierung
- Eine kostenlose Karte im Visitor Center des Durmitor holen: Das Gebäude befindet sich nicht weit vom Schwarzen See. Ihr erkennt es an den blauen Dächern. Innen ist es etwas altmodisch, aber es gibt dort eine Ausstellung mit ausgestopften lokalen Tieren. Karten liegen aus, und ihr könnt euch zur Wahl eurer Wanderungen beraten lassen.

- Wandermarkierungen und GPS: Auf den Wanderungen, die wir gemacht haben, waren die Wege entweder ausreichend offensichtlich oder durch sehr klare Markierungen ausgeschildert. Wir haben trotzdem immer die kostenlose App Organic Maps auf dem Handy dabei, falls wir Zweifel haben, denn dort sieht man alle Wege.
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Fazit: Wir haben den Besuch im Durmitor-Nationalpark sehr genossen. Es ist wirklich eine sehr angenehme Ecke Montenegros für Familien und deutlich weniger besucht als die Küste. Mit zwei Nächten vor Ort konnten wir die Wanderungen machen, die uns am meisten reizten, und dabei grossartige Eindrücke sammeln! Mit einer zusätzlichen Nacht hätte es auch noch genug zu tun gegeben. Wir kommen wieder!
Und ihr? Habt ihr Lust, den Durmitor-Nationalpark mit der Familie zu entdecken?


