Wir waren schon früher einmal in Amsterdam gewesen, aber diesmal war es das erste Mal mit den Kindern. Wir haben Amsterdam mit der Familie sogar im weiteren Sinne besucht, denn die Großeltern kamen ebenfalls dorthin. Es war der ideale Citytrip, um drei Generationen zu begeistern! Wie ich euch oft erzähle, fehlt mir in unserer kleinen Ecke Englands vor allem die Kultur. Deshalb hatte ich große Lust auf eine Stadt, in der ein kulturelles Programm im Mittelpunkt stehen würde. Unsere Wahl fiel auf Amsterdam für ein langes Wochenende von 3 Tagen (und 3 Nächten). Außerdem hatten wir großes Glück, denn das Wetter war herrlich, für einen Februar sogar ziemlich außergewöhnlich!
Unsere Familienspaziergänge in Amsterdam
Da wir die Stadt bereits kannten und unseren Aufenthalt an die Kinder anpassen wollten, konzentrierten wir uns vor allem auf das Viertel Jordaan und verbrachten nur wenig Zeit im absoluten Zentrum. So kamen wir als Familie nicht ins Rotlichtviertel ;-). Noch eine Anmerkung: Selbst wenn wir den touristischen zentralen Teil vermieden, rochen wir hier und da ein paar Düfte aus kleinen Coffeeshops. Die Kinder haben davon allerdings nichts bemerkt.
Die Kanäle im Viertel Jordaan:
Das ist das perfekte Viertel, um an sehr schönen Kanälen entlangzuschlendern, gesäumt von charaktervollen Häusern. Es ist erstaunlich, denn hier ist deutlich weniger los als im Zentrum, obwohl es ästhetisch und architektonisch eigentlich reicher ist. Im Grunde empfehle ich euch, dem Kanal Prinsengracht der Länge nach zu folgen und kleine Abstecher in die Querstraßen und zu den Nachbarkanälen zu machen. Verpasst zum Beispiel nicht die Kanäle Eglantiersgracht, Bloemgracht und Brouwersgracht. Entlang der Prinsengracht habt ihr reichlich Auswahl, um euch in einem kleinen Café auf eine Terrasse zu setzen und das Leben auf dem Kanal zu beobachten. Wir entschieden uns für diese Version aus Spaziergang und Kaffeepausen statt für eine Grachtenfahrt, weil wir uns Zeit nehmen und Gruppenbesuche vermeiden wollten. An der Prinsengracht befindet sich auch das Anne-Frank-Haus (siehe weiter unten in der Liste unserer Besichtigungen).





Haarlemmer Straat:
Nördlich des Jordaan liegt diese Straße, die uns sehr gefallen hat: Die Haarlemmer Straat ist sehr lebendig; es gibt viele hübsch gestaltete Geschäfte und Feinkostläden. Hier spürt man wirklich den Puls des lokalen Lebens. Gleich um die Ecke könnt ihr außerdem einen Blick auf das Gebäude der Westindien-Kompanie (West-Indisch Huis) werfen. Außerdem gibt es direkt daneben einen kleinen Spielplatz.

Der Blumenmarkt:
Wir näherten uns trotzdem ein wenig dem Zentrum, vor allem um über den Blumenmarkt zu gehen. Zu dieser Jahreszeit gab es dort vor allem künstliche Tulpen …

Und ein paar echte!

Der Beginenhof:
Ein sehr angenehmer Innenhof, den ihr nicht verpassen solltet, um die Gebäude des Amsterdamer Beginenhofs zu sehen. Achtung: Hier ist Ruhe gefragt!

Eine Pause im Vondelpark:
Zum Ausruhen oder damit die Kinder sich austoben können. Dieser große Park liegt im Museumsviertel. Ganz in der Nähe solltet ihr durch die Straße Roemer Visscherstraat gehen, wo sieben Häuser sieben Länder darstellen.

Schließlich kamen wir bei unserer Ankunft in Amsterdam ganz kurz an der Konzerthalle am Wasser vorbei:

Natürlich konnten wir in drei Tagen nicht alles unterbringen. Wenn ihr mehr Zeit habt, empfehle ich euch zum Beispiel auch einen Spaziergang über den Markt Albert Cuypmarkt oder den Aufstieg zum A’dam Lookout.
Tipp für Spaziergänge durch Amsterdam mit Kindern: Passt extrem gut auf die Fahrräder auf! Es gibt wirklich sehr viele, und die Radfahrer sind schnell und gnadenlos gegenüber verträumten Touristen, die ihnen unbemerkt in den Weg laufen … Man steht schnell mal für ein Foto auf einem Radweg; manchmal möchte man auch auf der Straße laufen, weil dort kaum Autos sind, aber das ist gefährlich! Haltet die Kinder also gut an der Hand und bleibt auf den Gehwegen eng zusammen, auch wenn sie oft sehr schmal sind. Abgesehen davon ist Amsterdam für einen Stadtspaziergang von der Kulisse her wirklich sehr angenehm. Ticoeur und Titpuce sind täglich zwischen 10 und 15 km gelaufen. Wenn eure Kinder keine großen Läufer sind, könnt ihr Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln abkürzen. Die Tram ist sehr praktisch. Kinder zahlen allerdings ab 4 Jahren den vollen Preis, und das ist nicht gerade günstig! Überlegt euch also eine Tageskarte oder eine Mehrtageskarte, um die Kosten zu senken.
Welche Museen in Amsterdam mit Kindern besuchen?
Hier sind die Museen, die wir als Familie besucht haben, jeweils mit unserer Einschätzung. Ich nenne sie euch in der Reihenfolge unserer Vorlieben:
MOCO Museum:
Unser großer Favorit! Die Kinder waren begeistert und wir auch! Bis September 2019 gab es dort eine großartige Ausstellung über Banksy. Wirklich genial! Titpuces Lieblingswerk? Die Schlange, die Mickey gefressen hat ;-). Eine weitere interessante Ausstellung war die von Daniel Arsham. Im MOCO findet man außerdem einige Werke von Koons, Haring, Basquiat, Warhol und eine tolle Installation von Roy Lichtenstein, die Van Goghs Schlafzimmer darstellt. Insgesamt dauert der Besuch nur etwa eine Stunde, denn das MOCO ist klein, aber das Erlebnis ist intensiv und gut für einen Familienbesuch geeignet.



Das Rijksmuseum:
Ein Muss in Amsterdam. Es ist das größte Museum der Stadt und bietet einen Einblick in die niederländische Malerei, aber nicht nur das. Besonders mochten die Kinder die Puppenhäuser, die blaue Keramik und die große Bibliothek. Damals gab es die Ausstellung „Alle Rembrandt“, in der man die gesamte Rembrandt-Sammlung des Museums entdecken konnte, darunter zahlreiche Zeichnungen und Skizzen. Insgesamt könnte man im Rijksmuseum einen halben Tag verbringen, aber als Familie entschieden wir uns für eine kurze Version und wählten die Bereiche aus, die für die Kinder am interessantesten waren. Wir verbrachten zwei Stunden dort. Das Gebäude selbst ist wirklich wunderschön, und als wir dort waren (dienstags von 9 bis 11 Uhr), war sehr wenig los, was den Besuch sehr angenehm machte. Das Museumspersonal war besonders freundlich.



Das Van-Gogh-Museum:
Wir entschieden uns, erneut ins Van-Gogh-Museum zu gehen, weil meine Schwiegereltern es noch nicht besucht hatten und es eine gute Möglichkeit war, den Kindern Van Gogh näherzubringen. Der Vorteil: Man folgt der Entwicklung des Künstlers im Laufe der Zeit und entdeckt die verschiedenen Phasen seiner Arbeit. Einige Gemälde gefielen den Kindern. Allerdings befinden sich viele große Werke nicht in diesem Museum (wenn ihr Van-Gogh-Fans seid, geht lieber ins Musée d’Orsay in Paris). Titpuce erinnerte sich vor allem an das wunderschöne Bild der blühenden Mandelzweige, und ich bestätige ihre Wahl ;-). Wir verbrachten 1,5 Stunden im Museum, von 9:30 bis 11 Uhr an einem Montag, und die Menschenmenge kam gegen 10:30 Uhr.

Das Anne-Frank-Haus:
Ich zögerte, bevor ich das Anne-Frank-Haus ins Programm aufnahm, weil ich die Kinder nicht traumatisieren wollte. Dann las ich, dass das Haus leer ist und die Schwere des Besuchs vor allem mit dem sehr bewegenden Text des Audioguides zusammenhängt. Also entschieden wir uns, die Kinder mitzunehmen, ihnen aber keinen Audioguide zu geben und den Besuch selbst zu kommentieren. Beide waren sehr interessiert und sehr beeindruckt von dem Versteck, das man während des Besuchs entdeckt, dem Versteck, in dem Anne und ihre Familie zwei Jahre verbrachten, bevor sie verhaftet wurden. Titpuce und Ticoeur fragten mich immer wieder: „Aber warum wurde ihr Versteck entdeckt?“ … Man weiß es nicht! Aber Denunziation, Eifersucht, Erpressung und Grausamkeit gehörten zu dieser Zeit dazu, und es ist nicht einfach, jungen Kindern den Schrecken dieser Epoche zu erklären. Nach dem Besuch wollte Ticoeur das Tagebuch von Anne Frank lesen, aber ich sagte ihm, er solle noch ein paar Jahre warten. Empfehle ich den Besuch am Ende? Sagen wir: eher mit Kindern im Sekundarschulalter. Was mich in jedem Fall wirklich störte, war die Menschenmenge, denn sie nimmt dem Besuch viel von seiner Emotion. Wir waren die ganze Zeit dicht gedrängt. Fazit: Wenn ich es noch einmal machen würde, würde ich es nicht wieder ins Programm aufnehmen. Das ändert natürlich nichts an der Bedeutung dieses Ortes als Gedenkstätte, und wir dürfen niemals vergessen.
Natürlich gibt es noch viele weitere Museen in Amsterdam zu besuchen!
Unter den Klassikern, die wir diesmal nicht noch einmal besucht haben, empfehle ich euch das Museum Amstelkring (Museum Ons‘ Lieve Heer op Solder), das Grachtenhaus (Het Grachtenhuis), das Amsterdam Museum und das Rembrandthaus. Außerdem findet ihr sehr gute Ideen für Familienmuseen in Amsterdam in diesem Artikel von Be Frenchie.
Amsterdam: ein Abend zu zweit
Das ist der Vorteil, wenn man mit den besten Babysittern reist, die es gibt: den Großeltern! Meine Schwiegereltern aßen also mit den Kindern in der Wohnung zu Abend, während Papa Voyage und ich ausgingen, um endlich meinen Geburtstag zu feiern! Da ich bei Restaurantbesuchen in Amsterdam während früherer Aufenthalte oft enttäuscht war, hatte Papa Voyage die Idee, kein klassisches Restaurant zu reservieren, sondern ein Abendessen bei Einheimischen. Wir hatten dieses Konzept bereits in Barcelona getestet und sehr gemocht. Auch diesmal war es eine schöne Erfahrung. Wir aßen mit unseren Gastgebern, die uns viele Dinge über Amsterdam erzählten und uns lokale Spezialitäten entdecken ließen. Außerdem war noch ein anderes Paar mit dabei: ein englisches Paar :-). Wir haben sehr gut gegessen, und es war sehr gesellig. Deshalb gebe ich euch den Link, falls auch ihr einmal Gelegenheit habt, bei Martine essen zu gehen. Ganz in der Nähe: das Rotlichtviertel und Chinatown, durch die wir also kurz liefen, bevor wir über den beeindruckenden Hauptbahnhof zurückgingen …


Amsterdam: unsere guten Adressen
In Amsterdam mochten die Kinder Pancakes, Gouda und die kleinen, mit Karamell gefüllten Waffeln ;-).

Hier sind einige gute Adressen, die wir während unseres Aufenthalts in Amsterdam getestet haben:
- Stefs Bakery: eine Bäckerei für ein schnelles Mittagessen (Quiches, lokaler Apfelkuchen, Sandwiches …). Alles war sehr gut.
- Das Café des Concertgebouw: sehr schöne Deko mit großen Tulpensträußen. Man genießt die Architektur des Gebäudes bei einem Kaffee.
- Greenwoods Keizergracht: hier mochten Ticoeur und Titpuce die Pancakes (es gibt auch Salate und Frühstück).
- Worst: wie der Name schon sagt, ein Restaurant für … Würste! Sie werden mit sehr gut zubereitetem Gemüse serviert (wir wohnten direkt daneben; sonst lohnt sich der Umweg nicht unbedingt, weil es etwas abseits liegt). (Update: Worst hat geschlossen)
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- Yays Zoutkeetsgracht Apartments: Dort haben wir gewohnt. Es war perfekt: Design, Komfort und sehr gut ausgestattet: hier der Link*. Wir waren außerhalb der Saison dort, daher waren die Preise interessant. Die Unterkunft liegt ganz im Norden des Jordaan in einer sehr ruhigen Ecke, also etwas außerhalb, aber die Tram fährt am Ende der Straße ab. Und wenn ihr wie wir gern lauft, seid ihr in 30 Minuten zu Fuß im Zentrum. Eine weitere Idee: Es kann sehr schön sein, eine Wohnung (Airbnb oder anderes) in der Nähe der Haarlemmer Straat zu finden, von der ich weiter oben erzählt habe (nahe der Westindien-Kompanie). Diese Ecke war für mich wirklich ein Lieblingsort.



Amsterdam: weitere praktische Informationen
Park & Drive: Da wir mit dem Auto kamen, haben wir das Park&Drive-System getestet und für gut befunden. Es ist wirklich günstig: 1 € pro Tag für den Parkplatz + 7,50 € für unsere vier Hin- und Rückfahrttickets ins Zentrum. Wir parkten in Zeeburg (30 Minuten vom Zentrum entfernt). Der Parkplatz ArenA ist noch näher (war aber voll). Hier findet ihr alle Informationen zu Park&Drive in Amsterdam.
Reiseführer: Wir hatten den Cartoville „Amsterdam en famille“, praktisch und leicht.
Museums- und Verkehrskarten: Ihr könnt euch die Museumkaart oder die Karte I Amsterdam besorgen (die auch den Nahverkehr einschließt). Für uns lohnte es sich nicht, aber wenn ihr mehr Besichtigungen macht, kann es interessant sein: einfach ausrechnen! Hinweis: Alle Museen, die wir besucht haben, waren für Kinder kostenlos. Es gibt auch reine Verkehrskarten (z. B. 19 € pro Erwachsenem für 3 Tage).

Und ihr? Habt ihr Lust auf ein Familienwochenende in Amsterdam?
