Nordargentinien #1: Salta und die Südschleife

Nach einer Woche in Buenos Aires sind wir nach Salta geflogen, einer Etappenstadt, um den Nordwesten Argentiniens am Rand der Anden zu besuchen. Ab Salta gibt es zwei mögliche Routen: die Südschleife und die Nordschleife. Wir haben mit der Südschleife begonnen und ein Auto gemietet, weil uns das mit Kindern am einfachsten erschien. Gerade haben wir diese erste Runde beendet und waren begeistert. Ganz klar: Weite Landschaften sind genau das, was ich am liebsten mag, und davon habe ich hinter jeder Kurve welche gesehen! Eine wunderschöne Region, die zu den Herzensorten unserer Weltreise gehören wird.


Hier ist unsere Route, um den Süden von Salta zu entdecken:

Ausgangspunkt: Salta, die Schöne.

Salta trägt den Spitznamen „la linda“ (-> die Schöne), und tatsächlich ist die koloniale Architektur hübsch. Wir sind lange durch die schachbrettartig angelegte Stadt geschlendert, durch die Fußgängerstraßen und über die Plätze. Die Kathedrale ist elegant, ebenso das Gebäude des Museo Histórico del Norte. Wir haben eine morgendliche und sehr angenehme Wanderung bis auf den Gipfel des Cerro San Bernardo gemacht, von wo aus man die ganze Stadt sieht. Der meistbesuchte Ort in Salta ist wohl das Archäologiemuseum (MAAM), aber wir fanden, dass es für einen Familienbesuch nicht geeignet war. Man geht dort hin, um Mumien von Kindern zu sehen, die in den Anden geopfert und lebendig in den Vulkan Llullaillaco geworfen wurden! Ich hatte bei meiner Reise nach Cusco schon von diesem Inka-Ritual erfahren, und ich muss sagen, dass die Inkas seitdem in meiner Wertschätzung deutlich gesunken sind: vielleicht eine fortgeschrittene Zivilisation, aber unter anderen Aspekten barbarisch. Kurz gesagt: Kinderopfer sind wirklich keine Geschichte, die ich Ticoeur und Titpuce im Moment erzählen wollte.

Salta et la boucle sud

Quebrada de las Conchas:

Der große Favorit! Unterwegs seht ihr absolut übernatürlich wirkende Naturformationen ;-). Am Anfang der Strecke, wenn man in das Calchaquí-Tal hineinfährt, ist die Landschaft noch grün…

Salta et la boucle sud

Dann kommen die trockenen und unglaublichen Landschaften…

Ihr kommt vorbei an der Garganta del Diablo, dem sehr schönen Anfiteatro, dem Aussichtspunkt Tres Cruces, dann El Obelisco, Las Ventanas, Los Castillos und Los Colorados (macht dort einen kleinen Spaziergang, es ist magisch!).

Salta et la boucle sudEl Anfiteatro

Salta et la boucle sud

lama argentin

Salta et la boucle sudEl Obelisco

quebrada de CafayateLas Ventanas

quebrada de las ConchasLos Castillos

Los CastillosLos Colorados

Cafayate, Stadt des Weins:

Ein Dorf, in dem wir eine Woche geblieben sind, weil wir unser Reisetempo in letzter Zeit deutlich verlangsamt haben. Diese Pause mitten zwischen Bergen und Weinbergen hat uns sehr gutgetan.

Unsere Besichtigungen:

  • Cabras de Cafayate: ein Hof, der Ziegenkäse herstellt. Der Besuch ist nett für Kinder, und am Ende gibt es eine kleine Verkostung.
  • Besuch im Museum des Lebens und des Weins: schöne Szenografie.
  • Spaziergang entlang des Rio Grande (mit den Kindern sind wir nicht bis zu den Wasserfällen gegangen).
  • Los Médanos: eine Sanddüne 5 km von Cafayate entfernt, die Ticoeur und Titpuce viel Spaß gemacht hat.
  • Bodegas: Cafayate ist sehr bekannt für Wein. In einer Woche hatten wir Zeit, einige zu testen ;-). Die berühmteste Rebsorte in Cafayate für Weißwein ist Torrontés. Bei Rotwein findet man Malbec, aber auch Tannat und Cabernet Sauvignon. Unsere Lieblingsbodegas sind: Las Nubes (Mounier), Nanni, Felix Lavaque (Quara) und Vasija Secreta.

Salta et la boucle sud

Salta et la boucle sud

Salta et la boucle sud

Unsere guten Adressen in Cafayate:

  • Hostal La Morada: Wir sind dort eine Woche geblieben. Es ist einfach und günstig. Die Besitzer sind sehr sympathisch, man fühlt sich dort wohl.
  • Heladería Miranda, um Sorbets aus lokalem Wein zu probieren: Torrontés oder Malbec (die Eiscremes enthalten keinen Alkohol).
  • La Gioconda: ein ganz neuer Comedor. Sehr günstiges Mittagsmenü (50 Pesos) und angenehmer kleiner Garten.
  • El Hornito: Mittags ist dort viel los! Man isst Empanadas und andere lokale Spezialitäten zu sanften Preisen.
  • Fior del Valle: unserer Meinung nach die beste Bäckerei im Dorf.

Quilmès und Tafí del Valle:

Von Cafayate aus sind wir zu den Ruinen des Volkes der Quilmès gefahren, ein paar Kilometer südlich von Cafayate. Der Ort ist sehr poetisch, friedlich, und es ist sehr angenehm, zwischen den Überresten dieser heiligen Stadt aus dem 11. Jahrhundert spazieren zu gehen. Die Ruinen sind nicht grandios, aber der Ort und die Aussicht ringsum sind großartig. Die Quilmès leisteten im 15. Jahrhundert Widerstand gegen die Inkas, wurden aber schließlich im 17. Jahrhundert von den Spaniern besiegt.

ruines de Quilmes

Salta et la boucle sud

Zum Mittagessen fuhren wir weiter in das Dorf Tafí del Valle, wo wir im Jesuitenmuseum sehr gut gegessen haben, bevor wir uns auf der anderen Seite des Sees die kleinen Menhire der Region angeschaut haben.

Von Cafayate nach Cachi:

Das waren unsere verschiedenen Stopps auf der Strecke von Cafayate nach Cachi, auf einer Piste in sehr gutem Zustand:

  • Wunderschöne Landschaften in der Quebrada de Las Flechas: Die Steine sind weißer als in der Quebrada de las Conchas und scheinen in den Himmel zu zeigen. Verpasst nicht, zum Aussichtspunkt El Ventisquero hinaufzugehen (10 Minuten zu Fuß).

Salta et la boucle sud

las flechas argentine

Salta et la boucle sud

  • Unterwegs typisches Mittagessen wie bei Mama im Dorf Angastaco: El Rincón de Florida (etwas versteckt hinter der Kirche).

Salta et la boucle sud

  • Stopp im Dorf Los Molinos: sehr ruhig. Kleine Runde durch die Kirche und natürlich ein Pflichtstopp am Spielplatz, bevor es weitergeht ;-).

Cachi:

Ein kleines weißes Dorf mit schöner Architektur. Wir sind zum Aussichtspunkt in der Nähe des Friedhofs hinaufgegangen. Danach eine Autofahrt zur Bodega Miraluna, um die Landschaft zu bewundern. Kurzer Besuch im archäologischen Museum, das einige schöne Stücke zeigt, besonders Schmuck.

village de Cachi

Unsere guten Adressen in Cachi:

  • Hostal Viracocha: hübsche Deko, guter Preis. Nur schade, dass man vor Ort nicht kochen kann.
  • Oliver: Restaurant, in dem wir sehr gute frische Pasta gegessen haben.

La Poma

Von Cachi aus haben wir einen Hin- und Rückausflug nach La Poma gemacht und dabei die legendäre Ruta 40 entdeckt (die ganz Argentinien bis Ushuaia entlangführt). Es handelt sich um eine Piste in sehr gutem Zustand. Kein Problem mit unserem Mietwagen. Sehr schöne Landschaft. Verpasst nicht den kleinen Spaziergang beim Puente del Diablo (haltet den Kindern beim Abstieg zum Río gut die Hand). Gegessen haben wir in La Poma in einem ganz einfachen Comedor, der uns eine riesige Fleischportion für 60 Pesos serviert hat: Comedor El Acay.

la route 40

la route 40

Rückfahrt von La Poma nach Cachi (1,5 Stunden).

Von Cachi nach Salta:

Der größte Teil der Straße ist betoniert, und der kleine Pistenabschnitt ist in gutem Zustand. Wir haben den Nationalpark Los Cardones durchquert, wo wir noch mehr Kakteen als sonst bewundern konnten (der Cardón ist die Kaktusart der Region). Stopps an den verschiedenen Aussichtspunkten unterwegs; der schönste ist Piedra del Molino.

Salta et la boucle sud

Zurück nach Salta.

Salta Argentine

Unsere guten Adressen in Salta:

  • Coloria Hostal: einfach, günstig und hübscher Gemeinschaftsraum. Küche zur Verfügung.
  • Chirimoya: ausgezeichnetes veganes Restaurant, und nach manchen argentinischen Fleisch-Exzessen tut das gut!
  • La Tacita: ideal, um mitten im Zentrum günstig Empanadas zu probieren.
  • Don Welindo: perfekt für einen Kaffee nur zwei Schritte von der Plaza 9 de Julio entfernt. Sehr liebes Personal.
  • Café del Tiempo: sehr schönes Café, etwas höhere Preise.
  • Zur größten Freude der Kinder gibt es in den Fußgängerstraßen alle 50 Meter Popcornverkäufer.

Praktische Informationen für einen Besuch der Region Salta:

  • Mietwagen: Wir haben in Salta ein Auto für 34 €/Tag gemietet (Modell: Chevrolet, 4 Türen). Benzin kostet etwa so viel wie in Frankreich. Wir haben keinen 4×4 genommen, weil wir Routen gewählt haben, die mit einem normalen Auto machbar sind.

location voiture Salta

  • Wie viele Tage für die Südschleife? Wir haben uns wirklich Zeit genommen: 4 Tage in Salta, 7 Tage in Cafayate und 2 Tage in Cachi. Viele Reisende fahren die ganze Schleife in 2 oder 3 Tagen. Für einen Urlaub würde ich sagen, ideal wären 6 Tage: 1 Nacht in Salta – 2 Nächte in Cafayate (3, wenn ihr nach Quilmès und Tafí fahrt) – 1 Nacht in Cachi – 1 Nacht in Salta.
  • Geldabhebungen an Automaten: Leider kann man in Argentinien höchstens 2000 Pesos (125 €) abheben, mit einer Gebühr von 85 Pesos bei jeder Abhebung! Achtung: Sonntags ist es nicht selten, dass die Automaten kein Geld mehr haben! Wir waren 24 Stunden ohne Bargeld. Zum Glück war unser Hostal verständnisvoll, und wir haben am Montag bezahlt. Aber ich würde sagen: Hebt so viel Bargeld wie möglich ab, sobald ihr könnt.
  • Wetter: Wir sind im Moment im Herbst, und wir sind in der Höhe. Die Temperaturen liegen nur um 15 °C, aber wir haben viel Sonne, also geht es uns gut… mit unseren Fleecejacken! Mit diesem Wetter und der Höhe haben wir den Vorteil, dass wir keine Mücken treffen!
  • Und mit Kindern? Wir finden, dass es ein geeignetes Ziel für eine Familienreise ist. Keine Hygiene- oder Gesundheitsprobleme. Die Region wirkt auf uns sehr sicher, und unsere Kinder mögen die Landschaften im Western-Stil, die Lamas, die Kakteen, das Essen und die kleinen Spielplätze in allen Dörfern ;-).

Und ihr? Habt ihr Lust, diesen Teil Argentiniens zu besuchen? Nächstes Mal erzähle ich euch von der Nordschleife, wieder ab Salta (wir fahren morgen los!).

Kommentar aus der französischen Version

Ursprünglich auf Französisch geschrieben, hier übersetzt.

Guten Tag, super Artikel! Ich fahre im Dezember für 6 Tage nach Salta und zögere, ob ich ein Auto mieten oder mich an eine Agentur wenden soll, die uns einen Fahrer organisiert. Sind die Straßen sowohl für die nördliche als auch für die südliche Schleife gut befahrbar? Danke für den Tipp.

Maman Voyage: "Die beiden Strecken, die wir gefahren sind, sind völlig befahrbar. Es gibt andere Straßen, die es nicht sind…"

Mélissa, Kommentar zur französischen Version

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