Wenn man reist, gibt es Momente, in denen man sich fragt, wo man gern leben würde. Wo würden wir am liebsten unsere Koffer abstellen? Man vergleicht und stellt es sich vor. Diese Frage ist mal mehr, mal weniger präsent, aber wenn man auf eine Stadt trifft, in die man sich verliebt, dann denkt man zwangsläufig darüber nach. Und Sydney kam uns tatsächlich wie eine Stadt vor, in der wir uns hätten niederlassen können. Ich sehe schon die Gesichter unserer Liebsten blass werden, also achtet bitte darauf, dass ich im Konjunktiv gesprochen habe ;-)… Denn wenn das Wörtchen wenn nicht wäre… Also nehme ich die Spannung gleich raus: Nein, wir werden nicht nach Sydney ziehen… Aber wenn es nicht so weit weg wäre, oder wenn alle, die wir lieben, mit uns in dieses Abenteuer einsteigen wollten, dann wäre es ohne Zögern: auf nach Sydney! Ich sage gleich dazu, dass wir nur eine Woche dort verbracht haben und dass das natürlich viel zu kurz ist, um alle positiven oder negativen Seiten dieser Stadt gesehen zu haben. Aber ein Herzensort bleibt ein Herzensort! Warum also scheint Sydney uns eine Stadt zu sein, in der es sich als Familie gut leben lässt?
Sehr schöne und zahlreiche Strände nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt:
Sydney ist bekannt für seine Wellen und Surfer, aber am Meer ist für jeden Geschmack etwas dabei: sehr ruhige Strände in den Buchten, Strände mit kleinen Wellen, Strände mit großen Wellen… Ideal also, damit Kinder mit Bodyboarden anfangen können, und warum nicht auch mit Surfen. Auf jeden Fall ist es wichtig, gut schwimmen zu können!

Wir wohnten bei Freunden im Norden, mit dem Auto nicht weit von Manly Beach entfernt.
Das sind die Strände, die wir in diesem nördlichen Teil gesehen und gemocht haben: Clontarf Beach, Little Manly Beach, Freshwater Beach und eben Manly Beach. Manly hat übrigens eine hübsche Fußgängerstraße, durch die man schön bummeln kann. Wenn ihr in den südlichen Teil fahrt, ist Bondi Beach der bekannteste Strand.
Zentrum von Manly
Wenn man sich weiter entfernt, gibt es immer noch und immer wieder Strände. Wir sind bis nach Palm Beach gefahren, wild, mit einer ruhigen Seite und einer Ozeanseite. Man kann dort sogar Wale beobachten, aber dafür war es bei uns nicht die Saison.

Bootfahren in der Bucht von Sydney:
Mein Liebster ist in seiner Freizeit Skipper, also lässt der Anblick all dieser Segelboote in der Bucht von Sydney natürlich träumen! „Wenn wir hier wohnen würden, würden wir uns ein kleines Segelboot kaufen!“, erklärte „Papa Voyage“.
Bis dahin kann man auch ohne eigenes Segelboot schöne Bootsausflüge in der Bucht genießen. Besonders hübsch sind einige Fährüberfahrten: Von Manly Beach aus kann man nach Watsons Bay fahren (in 15 Minuten), und die Linie geht weiter bis ins Zentrum von Sydney. Die Ausblicke sind großartig. In Watsons Bay sind wir bis zum Leuchtturm gelaufen, haben anschließend am Hauptstrand gebadet und ein tolles Fish & Chips probiert (zum Mitnehmen, am Jetty).


Also gut, ihr habt es verstanden: Wir lieben die Nähe zum Ozean! Viele Städte auf der Welt erfüllen dieses Kriterium, aber das allein reicht nicht… Was also noch?
Ein attraktives Stadtzentrum:
Wenn wir nach Sydney ziehen würden, wäre die Idee nicht, direkt in der City zu leben (im CBD von Sydney), dort haben wir übrigens vor allem Büros gesehen… Aber das Stadtzentrum hat zwischen seinen historischen Vierteln, dem Hafen, der Architektur und natürlich dem berühmten Opernhaus viel zu bieten!
Uns gefielen: der Botanical Garden, der chinesische Garten „The Chinese Garden of Friendship“, der riesige Spielplatz in Darling Harbour und der Charme des historischen Viertels „The Rocks“. Da das Wetter schön war, sind wir nicht viel in Museen gegangen, aber einige klangen verlockend: vor allem die Art Gallery oder auch Sea Life und der Zoo für die Kinder.






Ausflüge in die Berge:
In Sydney liegt einem also das Meer zu Füßen, aber die Berge sind auch nicht weit weg! Da wir große Wanderfans sind, fanden wir die Nähe zu den berühmten Blue Mountains großartig: wunderschöne Berge, die an amerikanische Canyons erinnern, wenn man in Richtung der Kämme schaut, während die Täler sehr grün sind. Eine schöne Mischung!
Uns gefielen: Sublime Point, Echo Point, der Spaziergang bis zu den Three Sisters, die Leura Falls, der Aussichtspunkt Govetts Leap und die gleichnamige Wanderung. Anmerkung: Die Wanderungen haben wir abwechselnd gemacht, während der andere Elternteil mit Ticoeur und Titpuce auf einem Spielplatz blieb. Die Kinder haben aber die großartigen Aussichtspunkte und kleinen Spaziergänge trotzdem genossen.


Neben den Blue Mountains gibt es viele Wanderwege entlang der Küste.
Das Klima:
In Sydney wird es nie kalt 😉 und es gibt angeblich mehr als 300 Sonnentage im Jahr! Unsere Freundin erklärte uns nur, dass es in den Häusern normalerweise keine Heizung gibt und man im Winter trotzdem ein bisschen kalte Füße bekommen kann. Deshalb trägt man die berühmten UGGs, aber nur zu Hause und vor allem nicht draußen, denn das wäre sehr peinlich (nur damit ihr Bescheid wisst ;-)). UGGs sind also Hausschuhe! (Ihr wusstet das wahrscheinlich, aber bei Modethemen bin ich um mehrere Züge verspätet…).
Das Umfeld für Kinder: Schule, Familienviertel…
In einer Woche haben wir natürlich nur einen kleinen Teil davon gesehen, wie das Leben in Sydney sein könnte, aber dieser kleine Teil machte wirklich Lust auf mehr. Ich fand es beeindruckend, wie schnell man nach dem Verlassen des Zentrums wieder im Grünen ist. Das Wohnviertel, in dem wir untergebracht waren, hatte eine sehr dichte Vegetation. Bunte Vögel spazierten durch den Garten (angeblich gibt es auch ein paar Spinnen, aber pssst, man darf sie nicht stören ;-)). Das Schulsystem scheint dem englischen System nahezukommen, das ich für besser halte als das französische, weil es stärker auf mündliche Präsentationen, Zusammenfassungen, Recherchen, Praxis und auch auf ein gutes Miteinander ausgerichtet ist.
Die Gleichung, die alles zusammenfasst:
Großstadt + Meer + Sonne + Berge + Lebensqualität für Familien + angelsächsisches Schulsystem: Was will man mehr? Ach ja, wir hätten gern gehabt, dass es… weniger weit weg ist!
Ein großes Dankeschön an unsere Freunde Karine, Steve und ihre drei Kinder, denn diese Begeisterung verdanken wir auch ihrer Gastfreundschaft und ihren guten Tipps!
Und ihr? Hattet ihr schon einmal Lust, euch woanders niederzulassen? In welcher Stadt?




