Eine Woche mit Kindern in Apulien

Wir haben gerade eine Woche auf einer Familienreise durch Apulien im Süden Italiens verbracht. Ihr wisst schon: Apulien bildet den Absatz des italienischen Stiefels! Ich liebe Italien ohnehin, aber diese Region des Mezzogiorno hat mich vollkommen verzaubert. Es war Liebe auf den ersten Blick!

Für mich gehört Apulien zu den schönsten Reisezielen in Südeuropa. Die Region bietet eine erstaunliche Vielfalt: uralte Dörfer, Trulli, Barockarchitektur und Küstenorte, die an Griechenland oder Marokko erinnern. Dazu kommen jahrhundertealte Olivenbäume, eine herrliche Adriaküste mit türkisfarbenem Wasser und eine köstliche Küche – ein Traum!

Wir sind durch Apulien gereist und haben außerdem einen Abstecher in die benachbarte Region Basilikata gemacht, um Matera zu besuchen. Ich kann eine Familienreise nach Apulien wirklich jedem empfehlen – auch mit einem Baby oder kleinen Kindern, denn das Reisen dort ist sehr unkompliziert!

Weiß getünchte Trulli in Apulien

Alter von Ticoeur: dreieinhalb Jahre
Alter von Titpuce: ein Jahr

Reisezeit: Mitte April, um die angenehmen Frühlingstemperaturen zu genießen. Wir hatten zwischen 16 und 25 Grad. Nach einem grauen ersten Tag schien nur noch die Sonne. Fast hätte ich sogar baden können!

Dauer: eine Woche

Apulien mit der Familie: unsere Reiseroute

2 Nächte in Matera:

Eine wunderschöne alte Stadt, deren Sassi und Felsenkirchen zum UNESCO-Welterbe gehören. Dieser Abstecher in die Basilikata war ein echtes Highlight – unbedingt sehenswert! [Nachtrag: In Matera wurde eine spektakuläre Szene des James-Bond-Films Keine Zeit zu sterben gedreht!]

Höhlenwohnungen von Matera von einem Aussichtspunkt aus

2 Nächte in Cisternino

Wir übernachteten in einem Trullo, einem bezaubernden kleinen, für Apulien typischen Rundhaus (unsere Unterkunftsempfehlung findet ihr weiter unten).

Kegelförmige Steindächer der Trulli in Alberobello

Von Cisternino aus unternahmen wir Ausflüge in die folgenden Dörfer:

  • Alberobello: sehr touristisch, aber wunderschön und ein absolutes Muss!
  • Locorotondo: herrlich!
  • Martina Franca
  • Ostuni
Locorotondo
Weiße Fassaden an einem Platz in Cisternino
Locorotondo

1 Nacht in der Barockstadt Lecce

 

Barockkirche und Platz in Lecce in Apulien
Lecce

Von Lecce aus fuhren wir einmal um die Halbinsel und entdeckten dabei ihre wunderschöne Adriaküste. Der schönste Abschnitt liegt zwischen Otranto und Santa Maria di Leuca. Der Ort befindet sich an der Spitze des Stiefelabsatzes in der als Salento bezeichneten Unterregion. Hier treffen Adria und Ionisches Meer aufeinander: kleine Buchten, Landspitzen, Felsen und Steilküsten – diese Küste hat unglaublich viel Charme!

Steinerner Wachturm an der Adriaküste Apuliens

So fuhren wir bis zur winzigen, befestigten Inselstadt Gallipoli. Sie wird auch „kleines Venedig“ genannt, wobei ich die Ähnlichkeit nicht wirklich erkennen konnte. Ich hätte sie eher „kleines Saint-Malo“ genannt. Auf jeden Fall ist Gallipoli ein unverzichtbarer Zwischenstopp!

Strand mit klarem Wasser vor einer weißen Stadt in Apulien
Gallipoli
Blaue Boote in einer Bucht in Apulien
Gallipoli

1 Nacht in Polignano a Mare

Ein bezaubernder Ort, der südlich von Bari auf einer Klippe thront.

Beleuchteter Platz in Polignano a Mare in der Abenddämmerung
Polignano a Mare

Am nächsten Tag besuchten wir Trani, bevor wir uns auf den Weg zum Gargano machten.

Kathedrale von Trani ragt in die Adria hinaus
Trani

2 Nächte im Gargano, in Vico del Gargano:

Im Gargano besuchten wir sehr malerische Fischerdörfer, wunderschöne Strände und Wälder.

Wir besichtigten die Orte Peschici und Vieste.

Kirche von Vieste auf einer Klippe über dem Meer

Die Landschaft im Gargano ist sehr ursprünglich und schön. Allerdings bedeutet dieser Abstecher viele zusätzliche Kilometer, und die kurvenreichen Straßen waren für unsere Kinder schwierig, weil ihnen im Auto schlecht wurde. Eine Woche ist daher zu kurz, um die Schönheit des Gargano wirklich zu genießen. Rückblickend würde ich bei dieser Reisedauer lieber eine zusätzliche Nacht in Lecce und eine weitere Nacht in Polignano einplanen.

Vieste auf einer Klippe über dem Meer

Apulien mit der Familie: unsere besten Adressen

Unsere Lieblingsunterkunft in Apulien:

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Wir haben unsere Übernachtung im B&B I Sette Coni* sehr genossen: Dort wohnten wir in einem echten Trullo. Einfach zauberhaft! Auch die Gastgeberin ist sehr herzlich.

Gruppe von Steintrulli unter blauem Himmel in Apulien

Auch nachts hatte unser Trullo ganz besonderen Charme. Wir konnten den Mond und die unzähligen Sterne wunderbar beobachten – ein wirklich magischer Anblick!

Trulli in Apulien bei Nacht beleuchtet

Unsere Unterkunft in Matera:

Casa Vetere* in Matera: eine ganz aus Stein gebaute Ferienwohnung mitten in der Altstadt.

Matera bei Nacht
Matera

Restaurants, in denen wir köstlich gegessen haben:

Die apulische Küche ist unglaublich! Für mich gehört sie zu den besten Italiens – vielleicht gleichauf mit der sizilianischen Küche (hier findet ihr unseren Artikel über unseren Roadtrip durch Sizilien).

  • La Trattoria di Nonna Tetti in Lecce (Piazzetta Regina Maria): authentische regionale Küche in typisch apulischem Ambiente und zu damals sehr günstigen Preisen.
  • L’Osteria dei Mulini in Polignano a Mare: sehr feine Küche! Probiert unbedingt das ausgezeichnete Oktopus-Carpaccio!
  • Il Terrazzino in Matera: Das Restaurant ist zwar touristisch, doch wir haben dort hervorragend und damals sehr günstig gegessen. Eine Pizza kostete beispielsweise 4 Euro, ein Teller köstlicher Pasta in Form von Olivenblättern 6 Euro. Außerdem liegt das Restaurant sehr schön in der Altstadt.

Apulien mit der Familie: praktische Informationen

Anreise: Für unsere Reise hatten wir einen Hin- und Rückflug von Paris nach Bari mit EasyJet für ungefähr 100 Euro pro Person gebucht. Damals war der Flug für Titpuce kostenlos; für Kinder unter zwei Jahren fielen nur die Flughafengebühren an. Bei EasyJet konnten wir pro Baby zwei zusätzliche Gegenstände wie Kinderwagen, Reisebett oder Kindersitz kostenlos im Frachtraum mitnehmen – sehr praktisch! Da sich Tarife und Bestimmungen ändern können, solltet ihr die aktuellen Konditionen vor der Buchung direkt bei der Fluggesellschaft prüfen.

Mietwagen: Vor Ort haben wir am Flughafen Bari einen Mietwagen gebucht*, einen Fiat Punto. Bei unserer Reise kostete er 23 Euro pro Tag.

Wann ist die beste Reisezeit für Apulien? Wir waren im April dort, und es war perfekt! Es gab nur wenige Touristen, allerdings war das Meer noch zu kühl. Wenn ihr baden möchtet, empfehle ich Juni, Juli oder September. Ende Juli bis Mitte August ist Hochsaison, und im Sommer sind vermutlich deutlich mehr Besucher unterwegs.

Ausstattung für das Baby: Wir nahmen unser Reisebett für Titpuce mit, da wir bei der Unterkunftssuche nicht gezielt nach babyfreundlicher Ausstattung geschaut hatten. Für Spaziergänge hatten wir die Ergobaby-Trage dabei, und Ticoeur lief problemlos selbst. So reisten wir relativ leicht: Jeder Erwachsene hatte nur einen Koffer als Handgepäck, und Ticoeur trug einen kleinen Rucksack für seine Spielsachen.

Nur eine Unterkunft als Ausgangspunkt für Apulien wählen? Diese Frage wird mir häufig gestellt. Ja, ich halte das für eine gute Idee, wenn ihr mit einem Baby oder kleinen Kindern reist. In diesem Fall empfehle ich das Trullo bei Cisternino, in dem wir wohnten, oder eine Unterkunft in einem anderen Trulli-Dorf. Von dort könnt ihr Tagesausflüge durch Apulien unternehmen und den Gargano auslassen. Das ist mit kleinen Kindern weniger anstrengend.

Olivenhain in Apulien im Frühling
Überall entlang der Straßen stehen Olivenbäume!

Apulien mit kleinen Kindern

Die Pluspunkte:

  • Ticoeur hat sämtliche Spielplätze Apuliens getestet und für gut befunden!
  • Er lief problemlos selbst, weil die alten Dörfer für ihn wie ein Abenteuer waren: Treppen, Durchgänge, Tunnel und kleine Brücken.
  • Ticoeur gefiel der Besuch der Castellana-Grotte.
  • Die historischen Ortskerne sind Fußgängerzonen oder nur sehr eingeschränkt befahrbar. Das macht Familienspaziergänge angenehm.
  • Die Kinder liebten unsere Pausen an den Stränden: im Sand spielen und die Füße ins Meer halten.
  • Ticoeur und Titpuce waren von der italienischen Küche begeistert!
  • In den Restaurants standen häufig Hochstühle zur Verfügung.
  • Die Fahrstrecken sind kurz: zwischen 15 Minuten und höchstens etwa zwei Stunden. Die zweistündigen Etappen legten wir meistens in die Schlafenszeit.

Die Minuspunkte:

  • Wie schon erwähnt, war die Fahrt durch den Gargano der einzige Nachteil unserer Reise. Den Kindern wurde auf den kurvenreichen Bergstraßen in diesem ursprünglichen Teil Apuliens schlecht.
  • Ich hatte es bereits erwähnt: Das Angebot an Babygläschen in Italien gefiel mir nicht besonders, weil sie viel Fleisch und wenig Gemüse enthielten. Deshalb hatten wir einige fertige Babymahlzeiten aus Frankreich für Titpuce dabei und gaben ihr außerdem von unserem Essen – sie liebt Pasta! Joghurt, Käse, Fruchtmus und Kindermilch findet man dort ebenso wie bei uns.

Und ihr? Habt ihr Lust bekommen, Apulien mit der Familie zu entdecken?

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Kommentar aus der französischen Version

Ursprünglich auf Französisch geschrieben, hier übersetzt.

Zurück aus Apulien kann ich bestätigen, dass die Unterkunft I Sette Coni ein wunderschöner Ort ist: Der Garten ist sehr hübsch, mit seinen Pelargonien, Olivenbäumen, Feigenkakteen und Lavendel. Es gibt sogar zwei Schaukeln, ein kleines Baumhaus und auf der Wiese nebenan eine Stute mit ihrem Fohlen Masha. Die Besitzer sind unglaublich freundlich: Sie haben uns herzlich empfangen und uns sogar Flaschen Wein geschenkt! Wir haben die Region Apulien geliebt, und ich kann es kaum erwarten, dorthin zurückzukehren! Danke, Christine, für diese wunderbare Adresse!

Agnès, Kommentar zur französischen Version

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