Hier findet ihr alle Details zu unserem Street-Art-Spaziergang, den wir mit unseren Teenagern im Londoner Viertel Shoreditch unternommen haben. East London und insbesondere Shoreditch sind für ihre lebendige Urban-Art-Szene bekannt. Einige Künstler kannte ich bereits von unserer Street-Art-Tour in Bristol, andere, die eng mit London verbunden sind, habe ich neu entdeckt. Ich stelle euch unseren Spaziergang in der Reihenfolge vor, in der wir ihn mit Ticoeur und Titpuce gemacht haben. Mit 13 und 16 Jahren fanden sie diese andere, lebendige, farbenfrohe und kosmopolitische Seite Londons sehr interessant.
Ich habe nicht alle Street-Art-Werke fotografiert, die wir gesehen haben – das wären einfach zu viele gewesen! Ich habe mich auf Werke bekannter Künstler und auf meine persönlichen Favoriten konzentriert. Beim Schreiben des Artikels ist mir aufgefallen, dass mir besonders die Frauenporträts gefallen haben. Ich hoffe, meine Auswahl gefällt euch und weckt auch das Interesse eurer Teenager bei der nächsten London-Reise. Natürlich verändert sich Street Art ständig. Einige der unten gezeigten Werke sind bei eurem Besuch vielleicht nicht mehr da, dafür werden neue hinzugekommen sein – so ist jeder Besuch einzigartig. Die meisten Werke in diesem Artikel befinden sich allerdings schon seit vielen Jahren an ihrem Platz.
Start des Street-Art-Spaziergangs
Beginnt am südlichen Ende der Brick Lane, an der Ecke zur Wentworth Street (die nächste U-Bahn-Station ist Aldgate East).
Brick Lane ist die lebhafte Einkaufsstraße von Shoreditch, mit Märkten, Vintage-Läden und indischen Restaurants. Einige Street-Art-Werke findet ihr direkt an der Brick Lane, noch mehr jedoch in den Seitenstraßen, die ich euch im Folgenden vorstelle.
Fashion Street und Toynbee Street
Geht die Brick Lane hinauf und biegt links in die Fashion Street ein. Folgt ihr bis zur Toynbee Street. Von links nach rechts sind auf den Fotos folgende Werke zu sehen:
- Ein Mickey Mouse des Londoner Künstlers Fat Cap Sprays, der für seine Bilder im Neonstil bekannt ist und Street Art mit Popkultur verbindet.
- Ein Werk von Mr Cenz, einem Londoner Künstler, der sehr farbenfrohe Porträts gestaltet.
- Ein kleines Mädchen und sein Großvater an der Wand eines Geschäfts, das der abgebildeten Familie gehört: ein Werk von Jimmy C, einem in London lebenden australischen Künstler, der für seinen pointillistischen Stil bekannt ist.

Heneage Street
Werft einen Blick in einen Innenhof an der Heneage Street. Dort seht ihr ein Werk von Fanakapan: einen beeindruckenden Heliumballon-Effekt – seine Spezialität –, humorvoll inspiriert vom Pixar-Film Oben.

Hanbury Street
A Song of Poppies von Jimmy C und Taqi Spateen. Das Gemälde erinnert an Konflikte und Kriege, vermittelt mit seinen leuchtenden Farben und Blumen aber zugleich Hoffnung und die Erinnerung an bessere Zeiten. Der farbenfrohe Stil von Jimmy C und seine pointillistische Street-Art-Technik sind deutlich zu erkennen.

Ein Reiher des belgischen Künstlers ROA:
ROA ist für seine großen Tiermotive bekannt, die er meist in Schwarz-Weiß gestaltet.

Code Street
High 5 von Jim Vision und Fanakapan:
Hier verbinden sich beide Stile: die leuchtenden Farben von Jim Vision und Fanakapans Heliumballon-Effekt.

Brick Lane
Nun sind wir wieder auf der Brick Lane. Das folgende Werk stammt von Dave Plants, einem in London lebenden italienischen Künstler, der das Gesicht gemalt hat. Der Florist Renato Ribeiro gestaltete die Haare. Das Ganze sollte ein wenig weihnachtlich wirken. Mittlerweile wird das Gesicht von weniger eleganten Graffiti überdeckt und die Blumendekoration ist verwittert – so ist das nun einmal bei dieser häufig vergänglichen Kunstform.

Dort, wo die Bahn über die Brick Lane fährt, befand sich früher eine berühmte Banksy-Schablone mit drei Affen. TfL (Transport for London) ließ sie jedoch entfernen. Journalisten fragten sich, ob den Verantwortlichen bewusst war, dass sie einen Banksy beseitigt hatten. Wir werden es nie erfahren. Für TfL gelten Regeln nun einmal für alle, und so wurde schlicht ein „Graffiti“ „gereinigt“. Abgesehen von einigen offiziellen Auftragsarbeiten ist es tatsächlich illegal, Wände zu bemalen. Doch in Vierteln wie Shoreditch bleiben besonders schöne Werke oft jahrelang erhalten – vielleicht, weil die betreffenden Wände vorher nicht besonders ansehnlich waren und durch die Street Art aufgewertet wurden.
Grimsby Street
The Screamers von Stik. Stik stammt aus einfachen Verhältnissen und kommt aus Hackney. Er möchte alle Menschen ansprechen und zeigen, dass man keine ausgefeilte Linienführung braucht, um gehört zu werden und Botschaften zu vermitteln. Seine auf das Wesentliche reduzierten geometrischen Figuren erkennt man sofort. Einige seiner Werke hatten wir auch in Bristol gesehen.

Bacon Street
Ein Werk des in London lebenden südafrikanischen Künstlers Drakes Work – wieder ein wunderschönes Frauenporträt!

Whitby Street
Dieses Werk von Jimmy C hat mir besonders gut gefallen: The Whitby Street Lady. Der Einfluss des Pointillismus des 19. Jahrhunderts und der Kunst der australischen Aborigines ist an den vielen runden Farbtupfern besonders gut zu erkennen.

In derselben Straße entdeckten wir dieses Werk des East-Londoner Künstlers Jim Vision:

Ein Werk mit der Signatur von Jimmy C, diesmal ohne Pointillismus:

Redchurch Street
Das halbe Gesicht einer Frau, geschaffen von der kolumbianischen Künstlerin Vane MG:

Ebor Street
Ein Mural des Londoner Künstlers Ben Eine, das sich über die ganze Straße erstreckt und die Botschaft I don’t want to believe this anymore trägt.

Braithwaite Street
Links seht ihr ein Werk des Londoner Künstlers David Speed, der dafür bekannt ist, in all seinen Gemälden diesen Purpurton auf schwarzem Grund zu verwenden. Rechts befindet sich ein Werk im cartoonartigen Pop-Art-Stil der 1950er-Jahre von Cept, einem Künstler aus East London.

Great Eastern Street
Hier handelt es sich um eine Auftragsarbeit des Künstlers Ed Hicks, der sich besonders für die Themen Feuer, Vulkane und Apokalypse interessiert.

New Inn Yard und King John Court
Ein großformatiges Werk von Mr Cenz und Lovepusher: vielleicht eine Leserin auf dem Weg in ein Abenteuer?

Romeo and Juliet:
Dieses Auftragswerk erinnert an „The Theatre“, das einst genau an dieser Stelle stand. Shakespeares Schauspieltruppe trat hier auf, bevor das Globe Theatre gebaut wurde. Zu den frühen Stücken, die mit diesem Theater verbunden sind, gehörte auch Romeo und Julia. Künstler von Global Street Art gestalteten diese Fassade.

Bateman’s Row
Hier befindet sich mein liebstes Street-Art-Werk in East London: Hope des in London lebenden Künstlers LUAP, der mit bürgerlichem Namen Paul Robinson heißt. Er ist für den rosa Bären in seinen Werken bekannt. Er malt im Atelier auf Leinwand und hat auch Street Art in London geschaffen. Ich finde Hope sehr berührend. Das Werk zeigt Traurigkeit und sogar Depression, zugleich aber auch Hoffnung, dargestellt durch die Farbe Rosa, die Blumen, die Unschuld des Bären und das Licht auf der rechten Seite. Hoffnung ist nicht immer einfach. Leider wartete bei unserem Besuch eine Menschenmenge vor einem Geschäft, sodass auf meinem Foto nicht das gesamte Werk zu sehen ist. Wir müssen also noch einmal hin!

Rivington Street
Der einzige Banksy, den wir in Shoreditch gesehen haben, war Graffiti Area, auch Guard Dog genannt, im Innenhof von 83 Rivington Street, dem früheren Cargo.

In derselben Straße befindet sich ein Werk des französischen Künstlers Thierry Noir:

Damit endet unser Spaziergang zu Shoreditchs Urban Art. Von hier aus könnt ihr noch durch die unmittelbar südlich gelegene City of London schlendern. Weitere Spaziergänge und Besichtigungsideen findet ihr in unserem kompletten Guide für London mit der Familie.
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Wo kann man während des Street-Art-Spaziergangs in London essen?
- An der Brick Lane: Entlang der ganzen Straße findet ihr eine große Auswahl an Food Markets und kleinen Restaurants.
- Im Spitalfields Market: In der restaurierten ehemaligen Markthalle gibt es mehrere Stände für ein schnelles Mittagessen sowie verschiedene Geschäfte.
- Dumpling-Restaurant: Wir haben bei Xi Home Dumplings Bay (10 Blossom Street) zu Mittag gegessen. Unsere Teenager waren begeistert!
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Mit der Familie in Shoreditch übernachten?
Shoreditch wäre nicht meine erste Wahl, da es kein ausgesprochen familienorientiertes Viertel ist. Es ist alternativ, lebhaft und gut gelegen, aber nicht jede Straße ist gleichermaßen reizvoll. Andererseits gibt es eine große Auswahl an Unterkünften, die oft etwas günstiger sind als im Zentrum oder im Westen Londons. Es kann also durchaus passen, aber lest vor der Buchung aufmerksam die aktuellen Bewertungen. Diese beiden Adressen machen auf mich einen sehr guten Eindruck:
Das Hotel One Hundred Shoreditch* bietet moderne Zimmer für vier Personen; prüft bei eurem gewählten Tarif, ob das Frühstück inbegriffen ist. Wenn ihr wie wir manchmal mit den Großeltern reist, ist diese Ferienwohnung in Shoreditch* eine Option: Sie liegt im Erdgeschoss und hat einen Garten sowie drei Schlafzimmer.
Weitere Ideen für andere Londoner Viertel findet ihr in meinem Guide: Wo übernachten in London?
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Wie sieht es aus? Habt ihr Lust, mit euren Teenagern die Street Art in East London zu entdecken?
Lest auch unseren Artikel über Bristol, eine Stadt der Street Art.
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