Maman Voyage
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10 Tage auf Madeira: unser praktischer Guide

Wir sind gerade von 10 Tagen auf Madeira mit der Familie zurückgekehrt und haben grüne Sterne in den Augen! Es ist wirklich verrückt, wie üppig die Vegetation auf dieser Insel ist! Es ist regelrecht „dschungelhaft“! Ganz klar: Für ein Eintauchen in grüne Landschaften ist das der ideale Ort! Ein Naturreiseziel, wie wir es lieben, perfekt zum Erholen und auch zum Wandern (unser Hauptziel hier). Allerdings warne ich alle, die eher Strandurlaub bevorzugen: Madeira ist nicht die Insel, die ihr sucht! Ich werde weiter unten näher darauf eingehen. Man sollte auch keine Angst vor Regen haben! Ja, all diese Vegetation kommt nicht von ungefähr ;-). Madeira liegt im Atlantischen Ozean, weit südwestlich von Portugals, direkt oberhalb (genauer gesagt nordwestlich) der Kanarischen Inseln. Aber wir fanden Madeira ganz anders als die Kanaren, feuchter, grüner. Vielleicht eine kleine landschaftliche Ähnlichkeit mit dem, was ich euch vom Norden von Teneriffa beschrieben hatte. Und von der Größe her ist es ähnlich wie Lanzarote, aber landschaftlich hat es absolut nichts damit zu tun! Kurz gesagt: Madeira ist Madeira! Und wenn ich bei den Ähnlichkeiten bleibe, hatte ich eher das Gefühl, auf der Insel La Réunion zu sein – zwischen der Vegetation, den Bergen, den Wasserfällen, den Wandermöglichkeiten und dem Rum! Aber es ist trotzdem anders (und so viel näher!) … Kommen wir zur Sache. Wenn ihr Madeira für euren nächsten Familienurlaub in Betracht zieht, erzähle ich euch hier, was ihr dort machen könnt, sowie praktische Tipps für die Organisation: Unterkünfte, Standorte, Transport, Wetter.

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Alter unserer Kinder auf dieser Reise: Ticoeur, 13 Jahre, und Titpuce, 11 Jahre. Reisezeit: die ersten 10 Tage im April

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Was kann man auf Madeira machen? 10 Aktivitäten für die ganze Familie:

Hier sind 10 Dinge, die wir während unseres Aufenthalts auf Madeira entdeckt haben.

1- Entlang der levadas wandern:

Die levadas sind die zahlreichen Bewässerungskanäle, die man überall auf Madeira findet. Es gibt mehr als 2000 km levadas! Diese Kanäle waren für die Landwirtschaft auf dieser Insel mit ihrem starken Relief unverzichtbar. Zahlreiche Wanderwege führen entlang dieser für Madeira typischen levadas – mit dem Vorteil, dass es sich um flache Wege handelt! Hier ist übrigens mein ausführlicher Artikel über unsere Wanderungen auf Madeira. Entlang der levadas zu laufen ist eine der großen Attraktionen der Insel! Wir sind der levada der 25 Quellen und der levada do Alecrim gefolgt (beide kombiniert), der levada Faja do Rodrigues, den levadas Nova und Moinho (in einer kombinierten Wanderung bei Ponta do Sol), der levada Ribeira da Janela bei Porto Moniz. Für Kinder sind diese Wege echte Abenteuer, denn man begegnet Tunneln, schmalen Pfaden und Wasserfällen. Oft führen die Kanäle durch Eukalyptuswälder – zur großen Freude unserer Nasen! Achtung! Seit Januar 2026 muss man für Wanderungen auf den beliebten Wegen Madeiras eine Touristenabgabe zahlen (ab 12 Jahren). Mehr Informationen auf der offiziellen Website. 10 jours à Madère

10 jours à Madère

2 – In den Bergen wandern

Madeira ist eine bergige Insel. Daher gibt es einige Gipfel, die man auf anspruchsvolleren Wanderungen erklimmen kann. In meinem Artikel über unsere Wanderungen auf Madeira findet ihr die Details zur berühmten Wanderung vom Pico Ariero zum Pico Ruivo. Der sehr schöne Pico Ariero kann mit dem Auto erreicht werden. 10 jours à Madère 10 jours à Madère

Madère en famille

3 – Aussichtspunkte

Um die zahlreichen Aussichtspunkte zu finden, denen ihr auf den Straßen Madeiras begegnet, schaut ihr am einfachsten auf Google Maps. Hier sind einige Highlights. Manche erfordern einen kleinen Fußweg:

  • Mirador Eira do Serrado: Kommt sehr früh oder spät, da er sehr beliebt ist. Sehr schöner Blick auf die Berge.
  • Mirador de Sao Cristovao Boaventura: sehr schönes Panorama am Meer. Man kann sich im Restaurant niederlassen und sogar entlang des Küstenwegs wandern (wir haben beides gemacht :-)).

10 jours à Madère

  • Mirador de Sao Lourenço: Man kommt bei der unverzichtbaren Wanderung zur Spitze von Sao Lourenço daran vorbei.

10 jours à Madère

  • Mirador des Balcoes: Man erreicht ihn nach 30 Minuten Fußweg. Früh kommen. Dort begegnet ihr vielen Vögeln und habt außerdem einen sehr schönen Blick auf die Berge.

  • Mirador Bica da Cana: sehr schöne Aussicht. Dort gab es übrigens auch eine Wanderung, die uns gut gefallen hätte!

Madère en famille

  • Mirador Cabo Girao: Ich nenne ihn hier, weil fast jeder Tourist dort Halt macht, aber ehrlich gesagt ist es der einzige, der uns nicht gefallen hat, und außerdem ist es der einzige kostenpflichtige. Er ist nur deshalb beliebt, weil es dort eine Glasscheibe gibt, auf der man laufen kann, um sagen zu können, man sei auf einer sehr hohen Klippe gewesen. Aber ehrlich gesagt ist die Aussicht nicht besonders interessant. Ihr könnt ihn ruhig auslassen.

4 – Den Primärwald beobachten

20 % der Insel Madeira sind mit Primärwald bedeckt. Diese Vegetation werdet ihr bei euren Wanderungen entlang der levadas im Nationalpark genießen. Was für schöne Farne! 10 jours à Madere Ein unverzichtbarer Ort der Insel ist der Primärwald von Fanal. Es handelt sich um einen Wald, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Dort findet man den letzten großen Wald aus Lorbeerbäumen. Diese Art von Wäldern bedeckte in prähistorischer Zeit das Mittelmeerbecken. Man kann Fanal mit dem Auto erreichen. Danach könnt ihr zwischen diesen geheimnisvollen Bäumen spazieren gehen, die oft von Nebel umhüllt sind. Wir haben dort gut zwei Stunden verbracht und während unseres Aufenthalts mehrmals dort Halt gemacht. forêt fanal madere

5 – Wasserfälle bewundern oder sich von ihnen nass spritzen lassen!

Auf Madeira gibt es überall Wasserfälle! Ihr begegnet ihnen entlang der levadas, aber auch mit dem Auto entlang der Straße! Zum Beispiel gibt es den Wasserfall Brautschleier an der Straße entlang der Nordküste. Auf Höhe dieses Wasserfalls haben wir einen kleinen Spaziergang zur Ponta do Poiso gemacht. Bei der Wanderung der 25 Quellen ist das Ziel des Weges ein schöner Wasserfall, der aus den 25 Quellen besteht. Und dann gibt es überall im Wald viele kleine Wasserfälle! Madère en famille

Der Brautschleier

10 jours à MadèreDie 25 Quellen

6 – Die natürlichen Pools besuchen (und eventuell baden!)…

Eine weitere typische Aktivität auf Madeira ist das Baden in natürlichen Pools. Sie befinden sich im Nordosten: in Seixal und in Porto Moniz. Allerdings konnten wir – genauso wie bei unserem Aufenthalt auf Teneriffa – nie darin baden, weil der Ozean zu stürmisch war. Die großen Wellen schlugen über die Felsen hinweg, die uns eigentlich schützen sollten. Das passiert regelmäßig, also ist Baden keine garantierte Aktivität! Was die Temperaturen betrifft, war das Meer während unseres Aufenthalts 19–20 Grad warm. Es wird nie wirklich viel wärmer, aber für mich reicht das aus. Die meisten natürlichen Pools sind sehr ursprünglich und kostenlos. Denkt nur daran, Wasserschuhe dabei zu haben. Es gibt auch einen großen kostenpflichtigen Komplex mit angelegten Naturpools in Porto Moniz. Er war bei unserem Besuch wegen der hohen Wellen geschlossen. Auf jeden Fall lohnt es sich, selbst ohne zu baden, entlang dieser natürlichen Pools spazieren zu gehen, denn es sind wirklich schöne Landschaften. Für ruhigere Badegelegenheiten gibt es einige kleine Strände. Zum Beispiel den schwarzen Strand von Seixal im Norden, den künstlichen Strand Praia da Calheta im Süden oder auch den Strand von Machico in Flughafennähe (praktisch vor dem Flug und ein angenehmer Ort für einen Kaffee). Aber Achtung: Diese Strände sind keine absoluten Highlights, sondern eher dazu da, um sich abzukühlen, wenn man das Bedürfnis danach hat. Madeira ist kein Reiseziel, das ich Strandurlaubern empfehlen würde! Außerdem sind alle Strände klein, also dürfte es im Sommer sehr voll sein.

10 jours à Madère Strand von Seixal

Tatsächlich fahren manche Touristen zum Baden auf die Insel Porto Santo, die wirklich sehr schöne Strände hat, aber wir fanden, dass das mit der Fähre zu weit wäre, und wir hatten keine Lust, extra zum Baden wieder ein Flugzeug zu nehmen.

7 – Poncha und frische Fruchtsäfte trinken

Auf Madeira wachsen viele köstliche Früchte! Das ist perfekt, um sich an frischen Fruchtsäften zu erfreuen. Und dazu noch günstig: 2,50 € bis 3,50 € für ein großes Glas. Ticoeur und Titpuce mochten besonders die Säfte aus Passionsfrucht und Orange. Papa Voyage war ein Fan von Tamarillo-Saft, einer Art kleiner saurer Tomate, die auf Madeira wächst. Für die Eltern gibt es auch die fruchtige Variante mit Alkohol. Das bekannteste Getränk ist die poncha. Das ist eine Mischung aus Orangensaft, Zitronensaft, Schale, Zucker und Rum der Insel! In den kleinen typischen Bars wird die Poncha vor euren Augen mit viel Sorgfalt zubereitet, und das macht den Unterschied! Die zwei Adressen, die wir euch für eine tolle Poncha empfehlen: O rei da Poncha in Funchal und Porto do Abrigo in Sao Vicente. Eine Poncha ist ziemlich stark, und ein Glas kostet 2,50 € bis 3 €. Oft wird sie mit Erdnüssen serviert. Wir haben auch die Caipirinhas mit frischer Passionsfrucht in der Bar Maktub in Paul do Mar geliebt (perfekt für einen Drink mit Blick aufs Meer bei Sonnenuntergang).

8 – Lokale Spezialitäten probieren

Was die Küche angeht, ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir mögen besonders Fisch, deshalb haben wir einige Spezialitäten aus dem Meer probiert, wie die lapas (auf Deutsch Napfschnecken). Wenn ihr lieber Fleisch mögt, sind die große Spezialität der Insel auf Lorbeerzweigen gegrillte Rindfleischspieße. Für ein schnelles und günstiges Mittagessen haben wir oft das typische kleine Sandwich der Insel gegessen: das pego no bolo do caco. Es handelt sich um ein frisches kleines Brot, gefüllt mit einer dünnen Scheibe Fleisch, Rohkost, Ei oder anderen Zutaten – je nach Wahl. In kleinen, einfachen Snackbars in den Dörfern oder am Straßenrand kostet es zwischen 2,50 und 3,50 €. Zusammen mit einem frischen Fruchtsaft ist das das perfekte und günstige Mittagessen! Unsere guten Restaurantadressen auf Madeira:

  • Caravela in Sao Vicente: Fischrestaurant mit Meerblick (das hochwertigste Restaurant unseres Aufenthalts, aber mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis in Bezug auf Küche und Lage).
  • Mercado do Ribeira kurz vor Sao Vicente: sehr günstiges Restaurant auf der Rückseite eines kleinen Supermarkts. Sehr gute lokale Küche.
  • Snack O Ideal in Paul do Mar: Die Terrasse ist klein und das Restaurant sehr beliebt, also kommt früh, sonst müsst ihr warten! Alles war sehr gut! Viele Produkte aus dem Meer.
  • Boca da Encumeada: Sehr gutes Mittagessen in dieser Hütte (wir haben nur die kleinen Sandwiches genommen, aber alle Gerichte sahen sehr gut aus). Wir waren dort nach der Wanderung der 25 Quellen.
  • Snack bar Santa Catarina: eine kleine, unscheinbare Snackbar am Straßenrand, aber wenn ihr dort vorbeikommt, haltet an für ein super frisches und günstiges Mittagessen (leckeres pego no bolo do caco und Saft).

9 – Die Gärten in Funchal besuchen

In Funchal haben wir die sehr schönen Gärten des Monte Palace besucht. Sie haben uns sehr gut gefallen, und wir haben dort zwei Stunden verbracht. Neben der Vegetation gibt es dort auch Sammlungen von Mineralien und afrikanischer Kunst. Was die Logistik angeht, sind wir trotz der steilen Steigung mit dem Auto hochgefahren, weil die Seilbahn zu teuer ist. Man kann problemlos beim Ankunftspunkt der Seilbahn parken. Ebenfalls in Funchal haben wir einen Rundgang durch die öffentlichen Gärten gemacht, und das war sehr angenehm: der Park Santa Catarina und die städtischen Gärten. Den botanischen Garten haben wir allerdings nicht besucht, denn bei den kostenpflichtigen Besichtigungen haben wir uns lieber für die Gärten des Monte Palace entschieden. 10 jours à Madère

In den Gärten von Monte Palace kann man eine Nachbildung der traditionellen Häuser Madeiras sehen. Dadurch muss man nicht ins Dorf Santana fahren, wo noch einige davon stehen, die anscheinend in eine zu touristische Attraktion verwandelt wurden. Da Santana nicht gerade leicht erreichbar ist, haben wir es ausgelassen und uns für das Foto mit der Nachbildung begnügt: Beim Verlassen der Gärten sind wir durch die zona vehla von Funchal (die Altstadt) spaziert. Es war nett und lebhaft. Dort sieht man mehrere bunte Türen: Funchal  

10 – Die verschiedenen Produktionen der Insel entdecken: Bananen, Wein (Madeira-Wein!) und Rum!

Sich für die Geschichte Madeiras zu interessieren bedeutet, sich auch für die verschiedenen landwirtschaftlichen Nutzungen zu interessieren, die sich im Laufe der Jahrhunderte auf der Insel abgelöst haben. In chronologischer Reihenfolge waren die verschiedenen Kulturen der Insel und Einkommensquellen: Weizen, Weinreben, Zuckerrohr und heute Bananen. So kann man in Porto Da Cruz im Norden an einer kleinen handwerklichen Rumdestillerie vorbeikommen. Sie ist kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Natürlich muss man den Madeira-Wein probieren. Falls ihr wie ich keine süßen Weine mögt, solltet ihr wissen, dass es auch trockene Madeira-Weine gibt. Im Süden haben wir eine Bananenplantage besucht (Banana Museum of Madeira). Dieses Museum ist neu und hat Potenzial, mit ziemlich viel interessanter Dokumentation und einer modernen Präsentation. Allerdings fanden wir den Besuch nicht besonders lebendig, und wir hätten lieber draußen Zeit verbracht, um die Bananenstauden zu beobachten und zu verstehen. Unser Guide hat uns unterwegs ein wenig im Stich gelassen. Kurz gesagt: Da es nicht gerade günstig ist, müsst ihr selbst entscheiden, ob ihr euer Glück versuchen wollt oder nicht (vielleicht ganz gut, um einen Regentag zu füllen). Erzählt mir gern von eurer Erfahrung. In der Bananenplantage gibt es eine Bar, in der wir ein Bananenbier bestellt haben – und das war wirklich gut! Und nicht süß!

10 jours à Madère Bananenplantage

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Es gibt auch touristische Aktivitäten, die wir nicht gemacht haben, wie zum Beispiel:

Mit dem Boot hinausfahren, um Delfine und Wale zu beobachten:

Das kann ein wirklich schöner Familienausflug sein, wenn ihr noch nicht die Gelegenheit hattet, so etwas zu machen. Wir hatten unsererseits auf Teneriffa einen ähnlichen Ausflug gemacht und deshalb darauf verzichtet. Außerdem hatten wir damals das Glück, viele Tiere zu sehen, also mussten wir das nicht wiederholen – aber wir empfehlen es!

Seilbahnen fahren:

Es gibt zwei Seilbahnen, die Touristen oft benutzen:

  • Eine sehr alte Seilbahn, die in Achadas da Cruz im Westen der Insel sehr steil hinunterfährt (und wieder hinauf!). Diese ist nicht sehr teuer, aber ich hatte den Eindruck, dass die Touristen in dieses Dorf nur wegen des Seilbahnerlebnisses hinunterfahren und nicht wegen des Dorfes selbst, das sich gar nicht so sehr von anderen unterscheidet. Da ich überhaupt kein Fan von Seilbahnen bin und Angst habe, haben wir diese Aktivität ausgelassen.
  • Die Seilbahn von Funchal, sie wird von vielen Leuten genutzt, die die Gärten des Monte Palace besuchen, weil es der einfachste Weg nach oben ist, aber sie ist wirklich sehr teuer, also haben wir unser Glück mit dem Auto versucht – und es hat gut funktioniert! EDIT 2026: Achtung, die Seilbahn von Funchal ist bis April 2026 geschlossen!

Die seltsamen Korb-Taxis in Funchal ausprobieren: Das ist sehr teuer, und außerdem schien es mir nicht besonders sicher zu sein (ich beruhige euch: Es gibt trotzdem keine Unfälle). Wir haben uns damit begnügt, dieses traditionelle Verkehrsmittel aus der Ferne zu beobachten, und so war es ganz nett. Werft einfach einen Blick darauf, wenn ihr aus den Gärten des Monte Palace kommt.

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10 Tage auf Madeira mit der Familie: Wo übernachten?

Da wir 10 Tage auf Madeira blieben, hatte ich Lust, mich in verschiedenen Teilen der Insel niederzulassen. Die Entfernungen machen es dennoch möglich, nur einen einzigen Standort zu wählen, wenn ihr das bevorzugt. Ich tauche gern in unterschiedliche Atmosphären ein, entdecke verschiedene kleine Adressen zum Essen oder für einen Drink am Abend. Außerdem wollten wir wettertechnisch nicht alles auf eine Karte setzen, da es selbst auf einer so kleinen Insel je nach Gegend sehr unterschiedliche Wetterlagen gibt! Um es einfach zu sagen: Im Norden und in der Mitte besteht einiges an Regenrisiko, während der Süden fast immer sonnig ist. Gleichzeitig gibt es in der nördlichen Hälfte nicht so viel zu sehen, also muss man bereit sein, flexibel zu sein und der Sonne zu folgen. Dafür findet ihr online Bilder von Webcams an verschiedenen Stellen der Insel. Das ist praktisch. Aber das Wetter ändert sich schnell! Kurz gesagt: Eine Reise nach Madeira bedeutet ziemlich viele Wetterunsicherheiten. Die Insel ist nicht ohne Grund grün! Wir hatten an 10 Tagen nur anderthalb Regentage, und das hat unser Programm nicht gestört. Man muss nur entsprechend ausgerüstet sein! Hier sind unsere drei Standorte:

  • 3 Nächte in der Gegend von Sao Vicente im Norden bei Granny’s farm (wir hatten das Haus mit 3 Schlafzimmern). Eine sehr gute Adresse! Achtung: Seltsamerweise stand auf Booking, dass Kinder nicht erlaubt seien, dabei war es ganz klar eine familienfreundliche Unterkunft. Wir hatten die Eigentümerin vor der Buchung per Nachricht kontaktiert, und für sie war das in Ordnung. Ich empfehle euch ebenfalls, das vor der Buchung zu überprüfen. Es handelt sich um kleine, sehr gut ausgestattete Häuser in einem sehr schönen Garten. Das Tal rundherum ist wunderschön. Wenig überraschend ist es die Regenzone, und wir hatten dort Regen, aber wir haben diesen Ort und diese Gegend der Insel sehr gemocht! Ich empfehle euch ebenfalls, euch ein paar Tage im Norden zu stationieren, für eine ganz andere Erfahrung.

  • 5 Nächte bei Paul do Mar im Südwesten in der Quinta Sao Lourenço (im Haus mit 2 Schlafzimmern): Es handelt sich um eine Gruppe traditioneller Häuser, die von Philippe geführt werden, einem liebenswerten und unglaublich gastfreundlichen Franzosen! Ich liebe es immer, in Häusern zu schlafen, die eine Geschichte und Persönlichkeit haben. Außerdem kann man von der Terrasse aus das Meer in der Ferne und den Sonnenuntergang bewundern. Wir konnten den BBQ für unsere Abendessen nutzen. Es gibt auch einen unbeheizten Pool (das Wasser hatte etwa 20 Grad), der von den drei Häusern gemeinsam genutzt wird und einen schönen Meerblick hat!

  • 2 Nächte in Funchal: Ich habe mich für Funchal ein wenig zu spät darum gekümmert und hatte deshalb nicht allzu viel Auswahl; daher habe ich eine ziemlich teure Villa gebucht (zum Glück nur für 2 Nächte). Tatsächlich kann man sie sich mit einer anderen Familie teilen, da sie für 8 Personen geeignet ist. Dann wird der Preis wieder interessant. Hier ist der Link hier. Uns gefiel die Lage oberhalb des Meeres und etwas abseits des historischen Zentrums. Sehr schöne Ausstattung (kleiner Pool, Balkon, Billard, komplette Ausstattung …). Für nur 4 Personen wollte ich ursprünglich diese Unterkunft (Granny’s House) in den Höhen von Funchal buchen, aber sie wurde mir wenige Stunden zuvor weggeschnappt.

hebergement_funchalUnsere Unterkunft in Funchal

Wenn ihr lieber nur eine einzige Unterkunft für euren gesamten Aufenthalt haben möchtet, ist das durchaus möglich, und in diesem Fall empfehle ich die Quinta Sao Lourenço (unsere zweite Unterkunft). Auf jeden Fall empfehle ich nicht, mehr als zwei Nächte in Funchal zu verbringen, denn das ist der am wenigsten wilde Teil der Insel. Wenn wir es noch einmal machen würden, würden wir unsere erste Unterkunft bei Sao Vicente für das Erlebnis des Nordens beibehalten (2 Nächte waren gut) und den Rest bei Paul do Mar buchen. Die Südküste zieht generell Touristen an: Dort gibt es die meisten Unterkünfte, und sie bietet eine gute Sonnengarantie für den Tagesausklang, selbst wenn ihr feuchtere Ausflüge im Norden gemacht habt.

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Unser 10-Tage-Programm auf Madeira:

Wie lange sollte man auf Madeira bleiben? Die meisten Touristen scheinen eine Woche zu bleiben, aber wir wollten wirklich viele Wanderungen machen, daher haben wir uns entschieden, 10 Tage zu bleiben, und das war perfekt für uns. Wenn ihr keine so großen Wanderfreunde seid, dann ist eine Woche sehr gut, um die Insel zu umrunden und die verschiedenen Landschaften und Aktivitäten zu genießen. Zur Orientierung hier unser Programm. Ich habe Herzen bei dem gesetzt, was uns am besten gefallen hat:

  • Tag 0: Ankunft am späten Nachmittag – wir richten uns in der Gegend von Sao Vicente ein, wo wir vor einer erholsamen Nacht noch zu Abend essen.

  • Tag 1: Wir fahren die Nordküste entlang mit Stopps bei Wasserfällen und Naturpools (Übernachtung bei Sao Vicente)
  • Tag 2: Wanderung an der Levada da Faja do Rodrigues am Morgen – Wanderung auf dem Camino Real beim Mirador Sao Cristovao Boa Aventura am Nachmittag (Übernachtung bei Sao Vicente).

  • Tag 3: große Wanderung vom Pico Ariera zum Pico Ruivo (Übernachtung bei Paul do Mar)
  • Tag 4: große Rundwanderung in der Gegend von Paul do Mar (Übernachtung bei Paul do Mar)
  • Tag 5: Wanderung Lombada da Ponta do Sol am Morgen – Besuch der Bananenplantage am Nachmittag und ein Abstecher nach Calheta (Übernachtung bei Paul do Mar)
  • Tag 6: Wanderung der 25 Quellen am Morgen – Mirador Bica da Cana – Spaziergang in Fanal – Spaziergang an der Ponta do Porgo (Übernachtung bei Paul do Mar)

  • Tag 7: Wanderung Ribeira da Janela am Morgen – Porto Moniz – noch einmal Fanal und noch einmal Ponta do Porgo (Übernachtung bei Paul do Mar)

  • Tag 8: Wir fahren die Südküste entlang. Stopp am Cabo Girao und Mirador Eira do Serrado . Gärten des Monte Palace in Funchal am frühen Nachmittag – Wanderung zur Spitze von Sao Laurenço am späten Nachmittag (Übernachtung in Funchal).
  • Tag 9: Wanderung zu den Balcoes am Morgen, dann fahren wir die Ostküste entlang (Faial, Porto da Cruz). Wanderung Verada do Lorano am Nachmittag entlang der Küste.

  • Tag 10: großer Spaziergang durch Funchal (Markt, Gärten), dann Strand von Machico und letzter Snack in Santa Cruz, bevor wir gegen 17 Uhr zum Flughafen fahren. Fotos aus dem Zentrum von Funchal:

madere en famille

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10 Tage auf Madeira: der Transport

Vor Ort haben wir ein kleines Hybridauto gemietet. Das war perfekt! Zur Orientierung: Wir haben ungefähr 300 € für die 10 Tage bezahlt. Vergleicht die verschiedenen Autovermietungen am Flughafen Madeira. Um nach Madeira zu gelangen, dauert der Flug etwa 3,5 Stunden, und die Insel liegt in derselben Zeitzone wie England und Portugal, also eine Stunde weniger als in Deutschland. Falls ihr – wie ich – im Flugzeug nicht besonders entspannt seid, solltet ihr wissen, dass die berühmte Landebahn von Madeira beruhigender ist, als ich sie mir vorgestellt hatte. Sie ist sehr technisch, auf Stelzen gebaut und für ihre Schwierigkeit bekannt, aber die Piloten sind für diese Landung ausgebildet. Und die Bahn selbst ist wirklich solide :-).

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Weitere praktische Informationen:

  • Reiseführer Madeira: Wir haben den Guide Evasion für allgemeine Informationen benutzt, eine Broschüre des Fremdenverkehrsamts mit einer Auswahl an Wanderungen und außerdem den Rother-Führer, DIE Referenz für Wanderungen auf Madeira.
  • Organic Maps: Das ist die App, die Papa Voyage immer gern benutzt, wenn wir wandern. Man kann dort die Wege sehen und manchmal Abkürzungen oder Umwege entdecken!
  • Die Sprache: Im Hinblick auf diese Reise habe ich letzten Januar angefangen, jeden Tag ohne Ausnahme Portugiesisch auf Duolingo zu lernen. Natürlich behaupte ich nicht, es schon wirklich zu sprechen, aber ich hatte genug Grundlagen für unsere Reise. Letztlich sprachen fast alle Einwohner Französisch oder Englisch! Zum Glück konnte ich meine Kenntnisse in einigen kleinen Dörfern trotzdem anwenden.
  • Hier findet ihr meinen Artikel über unsere Familienwanderungen auf Madeira!

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Ticoeur und Titpuce in Funchal

Na, denkt ihr, dass Madeira ein Reiseziel für eure kleine Familie sein könnte?

Und hier findet ihr die anderen Artikel über Portugal – zum Beispiel:

 

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